Meine kleine Tour durch Deutschland

In der Zeit vom 17. bis zum 26. Juni war ich in Deutschland und habe dabei auch Raketenstarts mit meinem Freund All-Bert und meinem Raketenkonstrukteur und Missionsdirektor @SpaceHolgar durchgeführt. Man könnte dies so eine Art Tour nach der fantastischen #MoonDot-Mission nennen.

Erster Ort der Mini-Tour war die Stadt Künzelsau. Unter anderem ist die Stadt dafür bekannt dass sie die Heimatstadt vom deutschen Astronauten Alexander Gerst ist. Besucht habe ich diese Stadt schon einmal im Mai diesen Jahres zur Willkommensparty der Stadt für Alexander Gerst. Eigentlich wollte ich bei dieser Party auch mit meiner Rakete starten. Dann kamen aber so viele Besucher dass nicht ausreichend Platz für einen Start vorhanden war. Aber die damals geknüpften Kontakte nach Künzelsau ermöglichten eine Einladung nach Künzelsau – diesmal zum Kinderfest mit vielen Hunderten von Kindern.

Nach dem Start von All-Bert in seiner Soyuz FG auf dem Kinderfest in Künzelsau

Nach dem Start von All-Bert in seiner Soyuz FG auf dem Kinderfest in Künzelsau

Eigentlich sollte ich mit meiner Ariane 6 Rakete zur Eröffnung des Kinderfestes einen suborbitalen Start durchführen. Letztendlich war der Wind zu stark und auch die Luftfeuchtigkeit zu hoch um diesen Plan umzusetzen. Und es regnete auch leicht von Zeit zu Zeit. Glücklicherweise hatte ich meinen Freund All-Bert mitgebracht und auch seine robuste Soyuz FG-Rakete. Diese russische Rakete kann natürlich auch bei solchen Wetterbedingungen starten. Und so hatten wir das Glück den Start der Soyuz pünktlich zur Eröffnung des Festes in einer kleinen Regenpause durchführen zu können. Leider war es in der kurzen Regenpause nicht möglich Foto- oder gar Videoaufnahmen vom Start vorzubereiten. So gibt es nur Fotos nach dem Abschluss der Mission.

Mein Freund Oscar, unsere Raketen und ich selbst in Berlin. All-Bert sitzt in seiner Soyuz-Rakete!

Mein Freund Oscar, unsere Raketen und ich selbst in Berlin. All-Bert sitzt in seiner Soyuz-Rakete!

Dann ging es gleich weiter in Richtung Berlin. Und dabei wurde dann im Autoradio der Song „Astronaut“ von Sido und Bourani beim Verlassen von Künzelsau gespielt. Der Song ist bekanntlicherweise vom Wirken von Alexander Gerst auf der „BlueDot“-Mission inspiriert worden. Zufälle gibt es! 🙂

Die Kids hatten viel Spaß bei den Starts. Ich habe gehört daß der Papa der Jungs jetzt auch Raketen bauen soll! Richtig so! ;)

Die Kids hatten viel Spaß bei den Starts. Ich habe gehört daß der Papa der Jungs jetzt auch Raketen bauen soll! Richtig so! 😉

Und Berlin traf ich dann meine Freunde Oscar und Felix. Für diese guten Freunde wollte ich dann eigentlich auch mit meiner Rakete starten. Leider kam wieder Regen dazwischen. Aber ein paar Fotos haben wir zusammen gemacht.

... und gleich geht es los!

… und gleich geht es los!

Schliesslich ging es dann noch in die Heimatregion von meinem Freund @SpaceHolgar nördlich von Berlin. Dort besuchten wir diverse Freunde und auch Familienangehörige von SpaceHolgar. Schliesslich wurde das Wetter auch besser und wir konnten Starts für einige Kids und Freunde durchführen. Startort war eine Halbinsel gelegen in einem großen See. Wir haben den Ort Cape Warnaveral genannt. All-Bert in seiner Soyuz und ich in meiner Weltraumkapsel auf der Ariane 6 konnten dort am 23.7. und auch am 24.7. jeweils zu einem suborbitalen Flug abheben. Alles hat super funktioniert und sehr viel Spaß gemacht. Stressig war es natürlich auch ein wenig denn wer macht schon zwei Starts an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Astronauten und Kosmonauten haben dies meinem Wissen nach nicht so erlebt, und schon gar nicht auf einer Tour anläßlich des erfolgreichen Abschlusses einer Weltraummission.

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Starts, Starts, Starts, Starts, … von Cape Warnaveral aus!

Das Arbeiten mit den Kindern hat mir wie immer sehr viel Spass und Freunde bereitet. Und den Kindern ging es ebenso. Gerne wuerde ich dies desöfteren tun. Schauen wir mal ob dies in der Zukunft möglich sein wird.

Inzwischen bin ich wieder in Barcelona angekommen und habe das Training für eine weitere Weltraummission aufgenommen. Und an einigen geheimen kleineren Projekten wird natürlich auch gearbeitet. 🙂

Euer Mausonaut

MoonDot Missionsreport Tag 6 & 7 – 5.-6. Juli 2015

Sehr früh in der Nacht des 6. Flugtages galt es ein wichtiges Bahnmanöver durchzuführen. Um 00:53 Uhr MESZ wurden die Ersatztriewerke für 14 Sekunden gezündet. Doch Mausonaut hatte seinen Schlaf dafür nicht unterbrechen müssen, denn das Manöver wurde von der Bodenstation aus ferngesteuert. So war dieses erfolgreiche Bahnmanöver gleich in zweierlei Hinsicht ein Test mit der erstmaligen Benutzung der Ersatztriebwerke und dem Einsatz der Fernsteuerung.

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In den Morgenstunden des 6. Flugtages hatte Mausonaut dann aber doch etwas zu arbeiten. Die Manövriertriebwerke wurden einem ausgiebigen Test unterzogen. Da insgesamt 24 dieser Triebwerke auf der Außenhaut des Europäischen Service-Modules verteilt sind dauerte das Testen insgesamt mehr als drei Stunden. Und alle 24 Triebwerke haben sehr gut gearbeitet.

Weitere Aufgaben waren dann für den restlichen Missionstag 6 nicht vorgesehen. Daher konnte Mausonaut sich an etwas Freizeit erfreuen.

Nach der letzten Nacht im All war es an Mausonaut eine letzte Bahnkorrektur am Morgen des 7. Tages der Mission durchzuführen. Um 8:38 Uhr MESZ zündete so Mausonaut das Haupttriebwerk für 22 Sekunden um die Flugbahn bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu verbessern.

Nach diesem letzten Bahnmanöver befand das Raumschiff mit Mausonaut an Bord auf dem perfekten Kurs für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre geplant im weiteren Verlaufe des Tages. Für einen sicheren Wiedereintritt in die Atmosphäre war es nun notwendig das Europäische Service-Modul (ESM) von der Landekapsel (CM für englisch Crew Module) abzutrennen. Das Manöver zur Abtrennung wurde um 13:04 Uhr MESZ eingeleitet. Das Hitzeschutzschild der Raumkapsel war dann zum ersten Mal dem Weltraum ausgesetzt. Vor der Trennung wurde es vom Verbindungsadapter zwischen Landekapsel und Service-Modul vollständig umschlossen.

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Während des Trennungsmanövers war Mausonaut in der Lage einige spektakuläre Aufnahmen von diesem Manöver zu machen. Dies gelang mit Hilfe der Kamera an Bord des ausgesetzten Minisatelliten. Da der Minisatellit über keine große Manövrierfähigkeiten verfügt konnte er leider nicht die Landekapsel beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verfolgen und beobachten.

Das Europäische Service-Modul flog derweil auf einer separaten Bahn weiter und wurde dann wie erwartet während des Wiedereintritts in die Atmosphäre zerstört. Es hatte der Mission zuvor sehr gute Dienste geleistet.

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Die Endphase des Wiedereintrittsprozesses der Landekapsel in die Erdatmosphäre begann dann gegen 14 Uhr MESZ. Mausonaut berichtete von ersten leichten Turbulenzen ausgelöst von der Reibung der Außenwand der Kapsel mit der dichter werdenden Atmosphäre. Die kritische Phase des Wiedereintritts hatte begonnen. Teile des Hitzeschildes schmolzen aufgrund der extremen Hitze welche sich bei der Reibung mit der Atmosphäre bildete. Gegen 14:16 MESZ ging der Funkkontakt von Mausonaut in der Landekapsel mit der Bodenstation wie erwartet für rund 6 Minuten verloren.

Video der Landung: https://vine.co/v/enbnl9qYllh

Kurz nachdem der Funkkontakt wiederhergestellt werden konnte war Mausonaut dann auch in der Lage des Öffnen des Fallschirms bestätigen zu können. Damit war die kritischste Phase des Wiedereintritt dann auch überstanden. Mit Hilfe des Fallschirms schwebte die Kapsel mit Mausonaut langsam dem Boden entgegen und setzte um 14:29 Uhr MESZ in der nordostspanischen Region Serra de Can Mas sicher auf. Damit war die MoonDot-Mission nach 5 Tagen, 22 Stunden und 55 Minuten erfolgreich zu Ende gegangen.

Bergung

Die Bergungsmannschaft näherte sich schnell der Landekapsel um dann Mausonaut vorsichtig aus der Kapsel zu ziehen. Dann wurde Mausonaut gleich von seinem besten Freund, dem Elefanten, begrüsst. 😉

Der Missionsdirektor

MoonDot Missionsreport Tag 4 & 5 – 3.-4.7.2015: Der Flug um den Erdmond

MoonDot Missionsreport Flugtag 3 – 02.07.2015: EVA

MoonDot Miisionsreport Tag 2 – 01.07.2015

MoonDot Missionsreport Tag 1 – 30.06.2015: Start

[ENG] MoonDot Mission Report Day 6 & 7 – July 5-6, 2015

Early in the night of flight day 6 a short midcourse maneuver was scheduled. A short burn of only 14 sec duration was performed at 00:53 am CEST with help of the backup thrusters controlled remotely from the ground based on the latest trajectory analysis. Besides from improving the trajectory for the return to Earth this maneuver was also a test of the backup thrusters and remote controlling from the ground. Both tests were successful. The remote control of the maneuver had also the advantage that Mausonaut did not need to interrupt the sleeping phase.

Planet

In the morning hours of flight day 6 Mausonaut was tasked to perform tests of the small maveuvring engines. There are 24 of these engines distributed around the surface of the European Service Module. Testing them all needed more than 3 hours. All engines performed nominally.

There were no other tasks scheduled for the rest of flight day 6. Therefore Mausonaut was able to enjoy some leisure time.

After the final night in space Mausonaut was tasked to perform the final midcourse correction early on flight day 7. At about 08:38 a  22 sec burn of the main engine was initiated to optimize the course for re-entry.

After this final maneuver the spaceship was on the right track for re-entering the Earth atmosphere later in the day. For a safe re-entry it was necessary to separate the Crew Module (CM) from the European Service Module (ESM). This separation maneuver was performed at 01:04 pm. Now the heatshield was exposed to space for the first time. Before separation the adapter connecting SM and CM was enclosing the entire heatshield.

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Mausonaut was able to shoot some footage from the separation event via an deployed mini satellite equipped with a camera. Unfortunately the mini satellite was not able to follow the Crew Module on the re-entry path due to its limited maneuverability.

The European Service Module was continuing to fly on a separate course and was destroyed during re-entry. It served the mission very well.

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The final phase of re-entering the atmosphere started about 2 pm CEST. Mausonaut was noticing first friction forces starting to shake the crew capsule. The turbulent part of the re-entry had started. Parts of the heatshield were melting due to the extreme heat developing due to friction with the atmosphere. At about 2:16 pm CEST communication between the CM and the ground station was lost as expected for about 6 minutes.

Video touchdown:

Shortly after reestablishing communications Mausonaut was able to confirm the opening of the parachute. The most critical phase of the re-entry was over. Under the parachute the crew capsule was slowly touching down at 2:29 pm CEST in the region Serra de Can Mas in North-Eastern Spain. The MoonDot mission had successfully ended after 5 days, 22 hours and 55 minutes.

Bergung

The recovery crew was approaching the capsule and Mausonaut was carefully extracted. Mausonaut was welcomed by his best friend, the elephant. 😉

The Mission Director

MoonDot Mission Report Day 4 & 5 – July 3-4, 2015: Flying around the Moon

MoonDot Mission Report Day 3 – July 2, 2015: EVA

MoonDot Mission Report Day 2 – July 1, 2015

MoonDot Mission Report Day 1 – June 30, 2015

[DE] MoonDot Missionsreport Tag 4 & 5 – 3.-4.07.2015

Der Freitag begann für Mausonaut und Mission Control sehr früh denn es galt ein wichtiges Bahnmanöver durchzuführen. Bisher befand sich das Raumschiff auf einer elliptischen Umlaufbahn um die Erde und würde den Mond so knapp verfehlen. Darum war ein zusätzlicher Impuls notwendig damit um den Mond herumgeflogen werden konnte. Und dieser Impuls wurde mit einer Zündung des Haupttriebwerks für 34 Sekunden um 5:04 Uhr MESZ gegeben.

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Nun befand sind das Raumschiff mit Mausonaut an Bord auf Kurs um den Mond herum. Im Anflug gelang es Mausonaut einige Bilder von der Mondoberfläche zu übertragen. Bei der Übertragung des letzten Bildes gegen 20:42 Uhr MESZ riss dann die Funkverbindung ab. Dies geschah wenige Minuten früher als erwartet. Das Schiff mit Mausonaut befand sich also schon von der Erde aus gesehen hinter dem Mond und somit in den Funkschatten eingetreten. Dies war ein weiterer historischer Moment in der bemausten Raumfahrt – zum ersten Mal umflog eine Maus den Erdmond.

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Nach langen 25 Minuten Funkstille konnte sich Mausonaut wieder bei der Bodenkontrolle melden: „Hallo! … Hallo! Hallo Erde! Könnt Ihr mich hören?„. Somit war die kritische Phase des Mondumfluges erfolgreich beendet und Mausonaut befand sich auf dem Rückflug zur Erde.

Doch damit war der lange Arbeitstag noch nicht beendet. Es galt ein weiteres Bahnmanöver auszuführen. Auf dem jetzigen Kurs würde die Kapsel mit Mausonaut am Montag kurz vor Mitternacht im Pazifik niedergehen. So eine Kapsel aus dem Ozean zu bergen ist natürlich sehr aufwendig, insbesondere in der Nacht. Da das Raumschiff noch größere Mengen Treibstoff im Service Module hat kann man mit einem Bahnmanöver diese Situation verbessern. So wurde das Haupttriebwerk von Mausonaut gegen 23:02 Uhr MESZ für 264 Sekunden gezündet um die Rückkehr um fast 10 Stunden zu beschleunigen. Der neue Landeort befindet sich jetzt auf Land in Spanien. Mit diesem erfolgreichen Bahnmanöver ging für Mausonaut also ein historsicher aber auch arbeitsreicher Freitag zu Ende.

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Damit hat sich Mausonaut auch einen arbeitsfreien Samstag wohlverdient. Mausonaut erholt sich in seiner Kapsel, hört sich Musik an und schaut sicherlich viel in das Weltall hinaus. Träumt Mausonaut schon von seiner nächsten Weltraummission?

Eine kleine Korrektur der Flugbahn ist für die Nacht zum Sonntag vorgesehen. Die Bodenkontrolle bestimmt noch die genauen Parameter.

Der Missionsdirektor

MoonDot Missionsreport Flugtag 3 – 02.07.2015: EVA

MoonDot Miisionsreport Tag 2 – 01.07.2015

MoonDot Missionsreport Tag 1 – 30.06.2015: Start