Besuch des Landetests der Orion-Kapsel am Langley Research Center

Am 25. August hatte ich die Freude am NASA Social für einen Orion-Wasserlandungstest am Forschungszentrum in Langley (LaRC) teilnehmen zu dürfen. Als Nicht-Amerikanischer Mensch kann man eigentlich nicht an einem NASA Social teilnehmen, aber bei einer Maus wird schon mal eine Ausnahme gemacht. Und mich haben bei diesem Besuch auch Freunde aus Amerika unterstützt. So war mein alter Freund Perry (@STEMFalcon bei Twitter) dabei. Und dann wurde ich auch von der charmanten Lynn Freedland (@621Lynn) begleitet.

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Gruppenphoto mit Lynn Freedland (Mensch links), Perry (@STEMFalcon, links) und mir. Und dann ist da noch Ellen Ochoa (Mensch rechts), eine ehemalige Astronautin und jetzige Direktorin des Johnson Space Center in Houston. Sie war 4 Mal mit dem Space Shuttle im Weltall.

Am LaRC betreibt die NASA vielseitige Forschung für die Raumfahrt und auch für die Luftfahrt. Bei der Veranstaltung konnten wir einen Einblick in einige dieser Forschungsbereiche gewinnen. So haben wir aufblasbare Module ähnlich dem BEAM-Modul, welches derzeit an der ISS angedockt ist, anschauen dürfen. Solche Module könnten einmal bei Flügen zum Mars oder auch auf dem Mars oder dem Mond selbst als Unterbringung für Astronauten genutzt werden. Die aufblasbaren Module sind ja deutlich leichter als normale Module aus Metallen wie Aluminium. So könnte man mit aufblasbaren Modulen den Astronauten deutlich mehr Raum bei ihren langen Flügen und Aufenthalten im MoonVillage auf dem Mond oder auf dem Mars bieten im Vergleich zu herkömmlichen Modulen aus Metall.

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Perry und ich vor einem der aufblasbaren Testmodule am LaRC.

Wir haben auch Test-Module besucht mit denen man untersucht wie man die Astronauten bei ihren langen Reisen durch das All besser gegen Strahlung schützen könnte. Ideen wie z.B. Ummantelungen der Module mit Schichten aus Wasser und Kunststoffen werden untersucht. Diese Materialien sind besonders geeignet die harte Strahlung der Sonne abzubremsen und somit ungefährlicher für die Astronauten zu machen.

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In einem Modell eines Habitats für Mond- und Marsoberfläche. Verschiedene Möglichkeiten des Schutzes vor gefährlicher Strahlung werden hiermit getestet.

Außerdem konnten wir die Halle besuchen, in welcher getestet wird wie man am besten einen kleinen Asteroiden bzw. ein Bruchstück eines Asteroiden greifen könnte. Dies sind Tests für die geplante ARM-Mission der NASA. Bei dieser Mission soll ein Stück von einem Asteroiden in eine Umlaufbahn um den Mond gebracht werden. Dort sollen dann Astronauten wie z.B. mein Freund Alexander Gerst hinfliegen und dieses eingefangene Stück eines Asteroiden genauestens untersuchen und auch grössere Proben vom Asteroiden mit zur Erde bringen. Diese Mission würde mit einem Orion-Raumschiff durchgeführt werden.

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Auf einem Modell eines Asteroiden. Dieses Modell dient zum Testen des Greifens eines kleinen Asteroidenteilstücks bei der sogenannten ARM-Mission.

Das neue Orion-Raumschiff der NASA soll ja zu Flügen in den Mondnahen Raum dienen und später auch mal zu Flügen zum Mars. Es wird zusammen mit der ESA und Airbus DS gebaut. Die Europäer liefern das Antriebsmodul für das Orion-Raumschiff. Dieses wird „European Service Module“ ESM genannt und hat neben der Antriebsfunktion auch die Aufgabe Gase und Wasser für des Crew Module CM mit den Astronauten zu lagern. Die erste Flugeinheit des ESM wird gerade bei Airbus DS in Bremen für einen Testflug im Jahre 2018 zusammengebaut. Bei meinem Aufenthalt anlässlich des Space Camps in Bremen im Juli hatte ich die Ehre einen Blick auf dieses Servicemodul werfen zu dürfen, doch pssst, der Besuch war ein wenig geheim und Fotos darf man bei so einem Besuch natürlich auch nicht machen.

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Ein tolles 1:4-Modell des NASA-Raumschiffes Orion ausgestellt bei der ILA 2016 (mehr Bilder von der ILA findet Ihr hier.) Man kann sehr gut das European Service Module ESM mit all den Steuerduesen und Solarzellenflaechen erkennen.

 

Das Trainingsmodul des Orion CM für die Astronauten in Houston habe ich ja auch schon besuchen dürfen. Das Orion-Raumschiff ist mir also schon sehr gut bekannt. Ich hatte auch eine kleine Hoffnung beim Orion-Testflug 2018 an Bord sein zu dürfen. Aber jetzt fliege ich wohl mit meinem Freund Alexander Gerst 2018 für 6 Monate zur Internationalen Raumstation ISS. Aber vielleicht klappt ein Mitflug im Orion später in den 20er Jahren – hoffentlich wieder mit Alexander Gerst. Und dann würde ich auch mit der Orion-Kapsel landen – auf dem Wasser – wie jetzt hier beim Test am LaRC.

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Das 1:1 Modell des Orion Crew Module am Johnson Space Center in Houston beim einem Besuch dort im Mai 2016. Mehr Bilder von diesem Besuch findet Ihr hier .

Das Orion CM landet normalerweise unter drei riesigen Hauptfallschirmen. Es muss aber auch nur mit zwei Hauptfallschirmen landen können. Welche Auswirkungen so eine Landung unter zwei Fallschirmen für die Astronauten haben würde wurde jetzt hier ausprobiert. Die Kapsel schlägt dann natürlich schneller auf der Wasseroberfläche und mit einer gewissen Neigung auf. Und das sieht dann so aus wie hier im Test:

Wusch, das hat aber gespritzt!. Nass bin ich aber nicht geworden. Die Testfiguren im Inneren der Orion-Kapsel wurden sicherlich gut durchgeschüttelt. Ich hatte mich auch freiwillig als Testmaus gemeldet, aber diese Aufgabe war leider schon vergeben.

groupphoto

Gruppenphoto der gesamten Social-Media-Gruppe. Könnt Ihr mich sehen?

Das war ein fantastischen Ereignis dort beim LaRC. Vielen Dank an die NASA und dann natürlich an Lynn Freedland und Perry. Lynn hat übrigens die tollen Bilder am LaRC aufgenommen. Vielen Dank Lynn!

Falls Ihr dieses Abenteuer in allen Details nochmals verfolgen wollt, dann geht bitte zu diesem Tweet und schaut Euch alle (als Gespräch) verbundenen Tweets an:

 Dankeschön und viel Spaß!

Euer Mausonaut

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