Wir besuchen die ArianeGroup im französischen Les Mureaux (Teil 2)

Nachdem wir am 21. November beim Besuch der ArianeGroup in Les Mureaux die große Haupthalle für den Zusammenbau der riesigen Ariane-5-Hauptstufe besichtigen durften ging es dann zu einer anderen Fertigungsstätte der ArianeGroup auf dem gleichen Gelände. Wir durften hinter die Kulissen sehen wie Doppelstarteinrichtungen mit dem Namen SYLDA für die Ariane-5 gefertigt werden.

 

ThreeSYLDASMauso

Wir konnten gleich 3 verschiedene SYLDAs in der Fertigungshalle begutachten. Wie man sieht gibt es sie in verschiedenen Größen. Somit können verschieden große Satelliten innerhalb der SYLDA-Struktur untergebracht werden.

SYLDA ist natürlich ein schöner Name. Der Name hat aber auch eine Bedeutung und steht für „SYstème de Lancement Double Ariane„. Das ist Französisch und bedeutet ganz einfach „Dopplestartsystem für die Ariane“. Dieses System ermöglicht zwei Satelliten gleichzeitig mit einer Ariane-5-Rakete starten zu können. Damit hat das System maßgeblich zum kommerziellen Erfolg der Ariane-5 beigetragen – können doch die Startkosten so zwischen den Betreibern der zu startenden zwei Satelliten aufgeteilt werden.

 

 

MausoAR5model

Modell einer Ariane-5-Rakete. Die schwarze SYLDA-Struktur in der hier aufgeschnittenen Nutzlastverkleidung ist gut zu erkennen.

 

Einer der zwei zu startenden Satelliten ist dabei innerhalb der SYLDA untergebracht, der zweite Satellit oben auf der SYLDA-Struktur befestigt. Der obere Satellit wird dann zuerst von der Struktur im vorgesehenen Orbit abgetrennt. Danach wird die gesamte zylinderförmige Struktur der SYLDA abgetrennt. Das geschieht in 2 Schritten. Mit Hilfe von kleinen Sprengladungen wird zuerst die Befestigung zwischen dem Boden der SYLDA und dem Zylinder getrennt. Und dann wird der Zylinder weggestoßen. Dazu benutzt man vorgespannte Federn. Dies muss also äußerst präzise erfolgen da der Satellit innerhalb der SYLDA bis zu 10 Zentimeter an die innere Wand der SYLDA heranreichen darf. Und der Satellit sollte natürlich nicht beim Abtrennen der SYLDA-Zylinderstruktur beschädigt werden. Und bisher gab es bei dieser Abtrennung niemals Probleme – und das soll natürlich so bleiben. Dafür tuen die Ingenieure ihr bestes.

 

SmallSYLDAMauso

Dies ist die kleinste der uns gezeigten SYLDA-Strukturen.

 

Die SYLDA-Struktur selbst gibt es in verschiedenen Größen. Somit kann man die Struktur an die Größe der Satelliten selbst besser anpassen.

 

ToppanelsMauso

Hier sieht man einzelne Segmente der oberen SYLDA-Struktur aus Kohlefaserverbundwerkstoffen.

 

PanelsMauso

Dies ist ein einzelnes Segment für die zylindrische Struktur einer SYLDA.

 

Beim Design der SYLDA hat man auch darauf geachtet, daß diese möglichst leicht ist und somit möglichst wenig Nutzlastmasse kostet. Darum besteht die SYLDA aus festem, aber sehr leichtem Kohlefaserverbundwerkstoff. Die SYLDA selbst wird dabei aus einzelnen Paneelen aus diesen Verbundwerkstoffen zusammengesetzt.

 

NextisDispensperNoMauso

Upps, diese SYLDA hat ja ein Loch. Das nennt man „Man hole“. Durch dieses kann bei Bedarf ein Ingenieur  oder Techniker steigen um zum Satelliten innerhalb der Struktur zu gelangen. Einen Deckel gibt es dazu natürlich auch.

 

Natürlich möchte man nicht immer nur einen oder zwei Satelliten auf einmal starten können. Für größere Satellitenkonstellationen hat man oft eine größere Anzahl von kleinen Satelliten. So hat man mit einer Ariane-5 im November 2016 gleichzeitig vier Satelliten des Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo gestartet. Zum Aussetzen der von der Firma OHB in Bremen gebauten Galileo-Satelliten benötigt man ein anderes System – ein sogenanntes Dispenser-System. Und genau so einen Dispenser für den Start von vier Galileo-Satelliten mit einer Ariane-5 konnten wir uns auch anschauen.

 

GalileoDispenserMaus

Das ist ein sogenannter Dispenser. An dem werden insgesamt vier Galileo-Navigationssatelliten beim Start mit einer Ariane-5 befestigt sein. In der vorgesehenen Umlaufbahn werden diese dann paarweise ausgesetzt.

 

Der gesehene Dispenser ist für einen Start im Sommer 2018 vorgesehen. Da sind wir jetzt natürlich schon einmal besonders auf diesen Start gespannt, zumal es nach jetziger Planung der letzte Start der Ariane-5-ES-Version werden könnte und auch noch der 100. Ariane-5-Start insgesamt!

Soviel dann erstmal für heute. Dankeschön!

Euer Mauso

 

Teil I: Der Besuch in der großen Montagehalle für die Hauptstufe der Ariane-5

 

Twostagesonewithengine

 

Teil III: Neuigkeiten über meine Lieblingsrakete Ariane-6 

AR6_3DBest

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3 Gedanken zu “Wir besuchen die ArianeGroup im französischen Les Mureaux (Teil 2)

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