Wir besuchen die ArianeGroup im französischen Les Mureaux (Teil 3)

Nachdem uns am 21. November beim Besuch der ArianeGroup in Les Mureaux die Gegenwart mit der Montage der riesigen Ariane-5-Hauptstufe und der SYLDA-Doppelstartstruktur präsentiert wurde haben wir natürlich auch einen Blick in die nahe Zukunft der europäischen Trägerraketen werden dürfen. Uns wurde die Ariane-6-Rakete ausführlichst vorgestellt. Das war für mich als größten Ariane-6-Fan der Welt natürlich etwas ganz Außergewöhnliches!

AR6modelsESASTS

Ein superchickes Ariane-6-Modell. Dies habe ich allerdings nicht bei der ArianeGroup in Les Mureaux gefunden, sondern bei ESA Space Transportation in Paris.

 

Auch für die Ariane-6 wird die Hauptstufe in Les Mureaux zusammengesetzt werden. Dafür baut man dort einen neuen Hallenkomplex ganz in der Nähe der Halle für den Zusammenbau der Ariane-5-Hauptstufe. Wir durften uns die Baustelle natürlich anschauen. Wie man sieht ist die Halle für die Ariane-6 viel niedriger als die Halle für die Ariane-5.  Das hat einen einfachen Grund: Die Hauptstufe der Ariane-6 wird im Liegen zusammengebaut werden. Das hat mehrere Vorteile:

  • Da alle Arbeiten auf einer Ebene stattfinden werden wird die Zusammenarbeit der Mitarbeiter erleichtert.
  • Man kann besser von Erfahrungen der Serienproduktion von Airbus-Flugzeugen profitieren.
  • Da die Halle deutlich niedriger ist als die für die Ariane-5 wird das Klimatisieren einfacher und auch kostengünstiger ausfallen können.

 

ConstructionSite

Die Baustelle für den Hallenkomplex zum Zusammenbau der Ariane-6-Hauptstufe. In wenigen Monaten soll hier die Produktion beginnen.

 

Anschließend durften wir dann einen interessanten Vortrag zum Status der Ariane-6 lauschen. Die zwei Varianten der Ariane-6 wurden uns vorgestellt. Durch das Vorhandensein der kleineren Version mit nur 2 Feststoffboostern und der schweren Version mit 4 Feststoffboostern kann mit der Ariane-6 eine weite Palette von Nutzlasten gestartet werden.

Im folgenden seht Ihr die wichtigsten Folien der Präsentation:

AR6basics

Die Ariane-6 in ihren 2 Varianten soll bis zu 12 Mal im Jahr starten können.

AR6versions

Die kleinere Variante der Ariane-6 mit 2 Boostern kann mindestens 4.5 Tonnen Nutzlast in den typischen geostationären Transferorbit bringen. Die große Ariane-6 kann mit mindestens 12 Tonnen deutlich mehr Nutzlast in den selben Orbit bringen. Dies ist mehr als die entsprechende Nutzlast der Ariane 5.

AR6payloadconfigurations

Die Ariane-6 wird verschiedenste Nutzlasten ins All transportieren können. Zwei verschieden lange Nutzlastverkleidungen, der Einsatz der SYLDA-Dopplestarteinheit und diverser Dispensersysteme wird die umfangreiche Vielseitigkeit der Ariane-6 mit ermöglichen.

AR6innovations

Diverse innovative Methoden bei der Produktion und dem Testen von Komponenten der Ariane-6 werden zur Kostensenkung im Vergleich zur Ariane-5 führen.

 

Anschließend wurde uns der gegenwärtige Status bei den Vorbereitungen  der Produktion der Ariane-6 ausführlich erläutert:

AR6status0

Das erste Vulcain-2.1-Haupttriebwerk (eine neue kostengünstige Version des Vulcain-2-Treibwerkes welches bei der Ariane-5 eingesetzt wird) soll noch in diesem Jahr in Lampoldshausen getestet werden.

AR6status1

Das Vinci-Triebwerk der Ariane-6-Oberstufen wird schon seit einiger Zeit getestet. Für ein 3D-gedrucktes kleineres Triebwerk haben erste Tests begonnen.

AR6status2

Die Herstellung erster Testeinheiten der Feststoffbooster ist im Gange. Eine erste Testzündung eines Boosters soll im April 2018 in Kourou vorgesehen.

 

Die Operationen zum Vorbereiten des Ariane-6-Startes in Kourou wurden uns vorgestellt:

AR6KourouOps

Hauptstufe und Oberstufe der Ariane-6 werden in Kourou im Liegen für den Start vorbereitet und auch zur Startrampe gefahren. Auf der Startplattform werden diese aufgerichtet. Der Anbau der Feststoffbooster und der Nutzlastverkleidung samt Nutzlast wird im Vertikalen in der fahrbaren Montagehalle erfolgen.

 

Anschließend gab es dann eine beeindruckenden Vorführung des 3D-Programmes welches zum Designen der Ariane-6 benutzt wurde. Dabei wurde auch die Funktionsweise der einzelnen Komponenten der Ariane-6 erläutern. Hier sind einige visuelle Eindrücke der Präsentation:

Booster3D

Ein Feststoffbooster der Ariane-6 im 3D-Designprogramm. Das Bild ist nicht unscharf, sondern es wird eine 3D-Brille benötigt um den 3D-Effekt wahrnehmen zu können.

AR62_3D_details

Das untere Ende einer Ariane-6 A62 mit zwei Feststoffboostern im 3D-Design-Programm.

SYLDAlongAR6

Die SYLDA-Dopplestartstruktur wird auch bei der Ariane-6 eingesetzt werden. Es wird eine verlängerte SYLDA-Variante geben.  Diese wird es ermöglichen zwei gleichgroße Kommunikationssatelliten zu transportieren.

 

Zum Abschluß des Events gab es eine äußerst interessante Fragestunden mit vier Ingenieuren des Ariane-6-Programmes. Wir konnten ausführlich Fragen stellen, welche dann ausführlich beantwortet wurden. Ich habe diese Möglichkeit natürlich ausführlich genutzt. Zum einen hatte ich natürlich selbst diverse Fragen, andererseits hatte ich ja auch auf Twitter und bei Facebook Fragen gesammelt. Und auch diese wurde natürlich beantwortet.

FourEngineers

Diese vier Ariane-6-Experten standen uns für eine Fragesession zur Verfügung.

Mit dieser Fragestunde kam dann auch dieser wirklich denkwürdige Besuch bei der ArianeGroup zum Ende. Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit natürlich für die Einladung zum Event herzlich bei der ArianeGroup bedanken. Und natürlich möchten wir die neue Offenheit und die gegebene Möglichkeit zum Fotografieren und für Videoaufnahmen  ganz entschieden begrüssen. So würden wir dann auch gerne wieder zur ArianeGroup nach Les Mureaux kommen um über den Produktionsstart der Ariane-6 berichten zu können. Merci beaucoup!

 

Euer Mauso

 

Teil I: Der Besuch in der großen Montagehalle für die Hauptstufe der Ariane-5

Twostagesonewithengine

 

Teil II: Die Doppelstartstruktur SYLDA

BigSyldaNoMauso

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6 Gedanken zu “Wir besuchen die ArianeGroup im französischen Les Mureaux (Teil 3)

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