Die Mission MoonDotVillage-Lander 1

 

19.05.2018

Der MoonDotVillage-Lander hat den zweiten Bohr- und Analysedurchgang erfolgreich abgeschlossen. Am 16.05. hatte ich die Anweisung gegeben im Schatten des Gesteinsbrockens in der Nähe zu Bohren:

Die Bohrung bis in 2 Meter Tiefe dauerte dann anderthalb Tage., dann meldete sich der Lander wieder bei mir im Kontrollzentrum:

Dann wurden die bei der Bohrung gewonnenen Bodenproben ins Analysegerät umgeladen und dort erhitzt, um die Menge des austretenden Wasser(dampfes) zu bestimmen:

Box2

Mit Hilfe des Kranarmes aus Kanada werden die Bodenproben aus der Bohreinheit in die Analysebox umgeladen. 

Bei der Analyse wurde etwas mehr Wasser als bei Bohrversuch 1 gefunden, allerdings wiederum weniger als durch die Analyse der durch Satelliten gewonnenen Daten erwartet wurde. Nun gilt es basierend auf den Ergebnissen und anderen Gegebenheiten den nächsten Schritt der Mission zu bestimmen während der Lander wiederum seine Batterien voll auflädt.

 

03.05.2018

Nachdem der Lander in der vergangenen Woche seine zahlreichen Batterien voll aufladen konnte war es am gestrigen Tage endlich soweit: die wissenschaftlichen Untersuchungen begannen.  Dazu wurde der CanadArm-Kranarm des #MoonDotVillage-Landers an die Bohreinheit angedockt, und diese Bohreinheit dann vom Kranarm zur Mondoberfläche bewegt. Es erfolgte eine 21 Stunden dauernde Bohrung bis in 2 Metern Tiefe. Dabei wurden diverse Bodenproben gewonnen. Anschließend wurde die Bohreinheit mit dem Kranarm zur Analysebox bewegt und die Bodenproben in die Box umgefüllt. Dort werden die Bodenproben in einem Ofen gegenwärtig erwärmt. Austretende Gase werden mit einem Massenspektrometer analysiert. Schauen wir mal was wir da so finden – hoffentlich etwas Wasser(dampf)!

AltairaExoMars

Das 1:1-Modell des ExoMars-Rovers Bruno der ESA. Die zentrale schwarze Box ist die Bohreinheit. Mit Ihr kann bis zu 2 Meter tief in den Marsboden gebohrt werden.

Die Bohreinheit haben wir übrigens von der ExoMars Drill Unit abgeleitet. Diese ist für den ExoMars-Rover Bruno vorgesehen und soll nach einem Start in Jahre 2020 dann 2021 auf dem Mars ankommen. Zufälligerweise hatte ich mir die ExoMars Drill Unit auf einem 1:1-Modell des Rovers auf der ILA-Messe in Berlin anschauen können.

P.S.: Das „C1“ und „C2“ in der rechten oberen Ecke im obigen Video zeigt übrigens, welche der zwei Kameras des Mondlanders das Bild aufgenommen hat.

 

21.04.2018

 

Wir haben es geschafft! Unser MoonDotVillage Lander 1 ist auf dem Mond gelandet, unzwar am 19.04. um 19:48 Uhr MESZ! Dies geschah zwei Minuten später als geplant, da der Lander sich etwas verflogen hatte. Und wegen all der Aufregung wegen dieser Anomalie komme ich auch erst heute zum Schreiben hier.

MDVLanderTouchdown1HQ.gif

Die entscheidenden Momente bei der Landung – gesehen vom Lander selbst. Man kann gut sehen, daß das Haupttriebwerk auch kurz nach dem Aufsetzen noch arbeitete. Ein Sensor eines Landebeines hatte keinen Kontakt mit der Mondoberfläche gemeldet. Darum wurde das Triebwerk vorsichtshalber nur langsam heruntergefahren.

 

Zur Erklärung: Der Lander ist im automatischen Modus gelandet. Dazu hat er Bilder aufgenommen mit 2 Kameras an Bord mit Referenzbildern aufgenommen vom  Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA verglichen, um seine Position und auch den Landekurs zu berechnen. Zeitweise wurde die Position so allerdings falsch bestimmt, und der Lander versuchte dies zu korrigieren. So ist er dann einen größeren Umweg geflogen um dann mit 2 Minuten Verspätung doch noch glücklicherweise im richtigen Zielgebiet nahe des Haworth-Kraters in der Nähe des Südpoles des Mondes gelanden. Wir überprüfen noch ob der erhöhte Treibstoffverbrauch Konsequenzen für die weitere Mission hat. Eigentlich war der Plan, daß der Lander wieder aufsteigt um dann an einer anderen Stelle zu landen, um dann erst zum Nachtanken zur MoonDotStation im Mondorbit zu fliegen.

Erste Botschaft des Landers nach dem historischen Aufsetzen:

 

Eine Konsequenz der unerwarteten Manöver des Landers beim Landeanflug war dann allerdings, daß zeitweise keine Bilddaten zur MoonDotStation übertragen wurden, da die Hochleistungsantenne des Landers einfach in die falsche Richtung zeigte. So gibt es also Bilddatenlücken. Alle empfangenen Bilddaten könnt Ihr in diesem YouTube-Video sehen:

 

Als eine der ersten Aufgaben hat der Mondlander dann so eine Art von Selfies aufgenommen. Wir wollten einfach sehen, ob der Lander dann auch sicher steht. Und er steht sicher. Man kann auch gut den sehr nahen Felsbrocken sehen. Dieser schattet den Lander etwas ab und eventuell könnten davon auch die Solarzellen am Lander betriffen sein. Diese würde dann das Aufladen der Batterien verzögern. Zu Beginn der wissenschaftlichen Arbeiten müssen die Batterien vollständig aufgeladen sein, denn diese Arbeiten sind sehr energieintensiv.

SelfieFarbe.jpg

Selfie-(Falschfarben)-Bild des Landers an der Landesstelle. Die Kamera am Enden des Kranarmes aus Kanada wurde zur Aufnahme des Bildes genutzt.

Wie geht es jetzt weiter? Das Aufladen der Batterien wird einige Tage dauern. Der Lander wird also erstmal größtenteils inaktiv sein. In gut einer Woche sollten dann die Batterien voll aufgeladen sein. Und dann beginnen wir mit dem Bohren nach Bodenproben.

 

18.04.2018

Morgen ist es dann endlich soweit. Der MoonDotVillage-Lander 1 wird auf dem Mond landen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. So haben wir heute früh eine der Kameras im Schwarz/Weiß-Modus getestet. Und hier ist das Ergebnis:

AppraochDay2SW.gif

Im Vergleich zu gestern ist die Mondsichel grösser geworden und auch weiter. Dieses S/W-Bild nutzen wird um die Kamera zu kalibrieren. Warum in Schwarz/Weiß? Die Datenmenge ist kleiner. Das ist gut, denn wir wollen einige Bilder während des Landeprozesses mit Hilfe der Kommunikationsanlagen der MoonDotStation (im Mondorbit) als Relaystation zur Erde übertragen.

Die Bilder werden auch von der Landeautomatik live analysiert werden um damit den Landekurs zu bestimmen. Farbinformationen könnten da irritierend sein.

Außerdem haben wir dann heute noch ein kleines Bahnmanöver vom MoonDotVillage-Lander ausführen lassen:

Wir bestimmen jetzt den neuen Kurs vom Lander und berechnen, wann der Lander morgen am Mond ankommen wird. Details zur geplanten Landung geben wir dann morgen bekannt. Es wartet morgen ein äußerst spannender Tag auf Euch (und auf uns natürlich auch)!

 

17.04.2018

FirstImageLander.gif

Das ist das erste Bild, welches der MoonDotVillage-Lander auf seinem Flug zum Mond aufgenommen hat. Um 18:02 Uhr MESZ erschien dieses historische Foto auf meinem Bildschirm im Bodenkontrollzentrum. Das Bild ist noch nicht von exzellenter Qualität. Wir werden die Kamera noch kalibrieren müssen, dann sollte die Qualität besser werden. Man kann aber gut die noch recht schmale Mondsichel erkennen. Mit fortschreitender Zeit wird man aber mehr beleuchtete Mondoberfläche sehen, denn der Mond nimmt ja zu. Und natürlich kommt der Lander dem Mond auch immer näher!

Übrigens gibt es das zusammenfassende Video vom Start der Landers mit der Mini-#Ariane6-2 jetzt auch in englischer Sprache. Hier findet Ihr es:

 

 

16.04.2018: 

Der MoonDotVillage-Lander ist auf dem Weg zum Mond. Heute um 18:15 MESZ zündete der Lander auf mein Kommando hin sein Aestus-Haupttriebwerk für 5 Minuten und 22 Sekunden:

Den erfolgreichen Abschluss des Bahnmanöver zum Erreichen des Mondes hat der Lander dann auch sofort an die Bodenstation (dort sitze ich!) gemeldet:

In gut drei Tagen wird der Lander dann am Mond ankommen und sich direkt einbremsen zur Landung in der Nähe des Südpoles des Mondes. Wir sind gespannt (aber sowas von!).

Fast hätte ich es vergessen: Ein erstes cooles Video zur Mission steht jetzt für Euch auf YouTube bereit:

Viel Spaß beim Anschauen! Und bitte liked das Video! Dankeschön.

 

 

 

14.04.2018:

Heute haben wir einen kurzen Test des Haupttriebwerkes des MoonDotVillage-Landers durchführen können. Nachdem der Lander gerade seinen ersten 48-Stunden-Erdorbit abgeschlossen hat haben wir die Kommandos gesandt, um das Haupttriebwerk für 10 Sekunden zu zünden:

Nach einem intensiven Studium der Daten vom Lander konnten wir feststellen, daß das Triebwerk zu unserer vollsten Zufriedenheit funktioniert hat! Das ist auch kein Wunder, denn das Haupttriebwerk des Landers basiert auf dem Aestus-Triebwerk der EPS-Oberstufe der ESA-Trägerrakete Ariane 5.

Der Lander hat bisher noch keine Bildaufnahmen erstellt (siehe unten). Daher gibt es hier nochmal ein neues Video vom Start der Mini-#Ariane6 am 12. April:

MDVLander1LaunchGP12.gifDas sind doch beeindruckende Weitwinkelaufnahmen, oder?

Der Lander wird jetzt noch einen zweiten 48-Stunden-Orbit um die Erde fliegen. Falls wir dabei keinerlei Probleme feststellen, werden wir die Kommandos für ein längeres Zünden des Hauptriebwerkes an den Lander senden. Ziel des Landers wird dann der Mond sein, genauer gesagt der Südpolregion des Mondes.

 

13.04.2018:

Im Verlaufe des Tages führten wir weitere Tests mit dem MoonDotVillage-Lander durch. Alle Systeme scheinen bisher wie erwartet zu funktionieren. Die Kameras auf dem Lander haben wir allerdings noch nicht eingeschaltet. Das hat zwei Gründe:

  1. Auf der sehr elliptischen Erdumlaufbahn des Landers durchquert der Lander für diverse Stunden den Strahlungsgürtel der Erde. Der auch „van-Allen-Belt“ genannte Bereich wird vom Magnetfeld der Erde generiert und leitet günstigerweise einen großen Anteil der harten Strahlung der Sonne und auch der kosmischen Strahlung um die Erde herum. Diese umgeleitete Strahlung könnte die Kameras des Landers beschädigen. Darum lassen wir die Kameraabdeckungen in dieser Phase der Mission noch geschlossen.
  2. Die Kameras benötigen sehr viel Strom. Der Lander fliegt jetzt aber auch oft durch den Schatten der Erde. Dann können die Solarzellenflächen die Batterien nicht nachladen. Und gerade im Schatten wird auch viel Strom benötigt da wir den Lander dort beheizen müssen.

Daher werden wir die zwei Kameras erst einschalten, wenn der Lander direkt in Richtung Mond fliegt.  Auf dem 3-tägigen Flug zum Mond werden wir dann die Kameras auch kalibrieren – also optimal einstellen. Die Kameras sind ungemein wichtig für das Navigieren in Mondnähe und auch für die Landung auf dem Mond selbst. Anhand der Bilddaten berechnet der Bordcomputer nämlich automatisch wie geflogen wird.

MDVLander1launchMateCam.gif

So kann ich auch heute hier keine neuen Bilder anbieten. Allerdings habe ich für Euch das obige Video vom Start parat. Das zeigt eine neue Perspektive und man kann die anrückenden Wolken erahnen, welche die Sonne verdunkeln. Eine Schlechtwetterfront war im Anmarsch. Beim Verlassen des Startgeländes fing es dann gar an zu regnen. Der Start erfolgte also gerade noch rechtzeitig.

 

12.04.2018: 

MDVLander1Launch.gif

Ein erstes Video vom Start der Mini-Ariane-6 mit dem MoonDotVillage-Lander 1 an Bord. Und wir standen ganz schön dicht an der Rakete. Anschließend mussten wir erstmal duschen und die Kleidung säubern.

Heute um 17:52 Uhr MESZ haben wir den MoonDotVillage-Lander 1 in eine Erdumlaufbahn geschossen. Dazu haben wir eine kleine Version der Ariane-6-Rakete benutzt. Da der Mondlander recht klein ist war sogar eine Mini-Ariane 6 mit nur zwei Feststoffboostern zum Start ausreichend. Nach gut einer halben Stunde war es dann soweit: der Lander wurde von der Oberstufe der Ariane 6 abgetrennt und befand sich dann im Orbit um die Erde. Wenige Minuten später meldete sich der Lander dann auch schon bei unserer Bodenstation:

AltairaMausoAriane62

Wir mir der großartigen Ariane-6-Rakete (kleinere Version mit 2 Feststoffboostern) während der Startvorbereitungen.

Damit der Lander dann in Richtung Mond fliegt wird noch ein zusätzliches Bahnmanöver ausgeführt werden müssen. Doch davor wird der Lander erstmal ordentlich überprüft werden. Wir wollen ja nicht daß bei der Landung auf dem Mond etwas nicht funktioniert. In den kommenden Tagen schreibe ich dann natürlich auch mehr zur geplanten Mission auf der Mondoberfläche.

Nochmals zurück zum Raketenstart: Günstigerweise hat Mausonaut Zeit gefunden mich zum Start zu begleiten. Dankeschön, Mauso! Ich bin ja noch recht neu im Raumfahrtbusiness und da ist es doch sehr positiv so einen „alten Hasen“ (hihi!) wie Mausonaut dabei zu haben. Dann geht auch nichts schief. Und der Chef SpaceHolgar (a.k.a. Dr. Rocket) hatte die Rakete dann auch bestens vorbereitet. Das Wetter spielte dann auch noch mit. Rechtzeitig vor dem Eintreffen einer Schlechtwetterfront konnte die Mini-Ariane 6 gestartet werden. Und so wurde ich dann Zeuge meines zweiten Raketenstarts. Und es war genau so beeindruckend wie beim ersten Mal im Januar beim Start einer stärkeren Ariane 6 mit 4 Feststoffboostern.

GP1fullSeq

Startsequenz der Mini-Ariane-6-Rakete. Die Booster erzeugen eine wirklich beeindruckende Menge an Rauch.

Weitere Bilder und Videos vom Start werden bald hier hinzugefügt werden. Und natürlich werde ich Euch hier weiter über den Verlauf der Mission unterrichten. Wer live dabei sein möchte folge bitte mir und SpaceHolgar auf Twitter. Mauso ist derzeit eher mit der Vorbereitung einer geheimen Mission beschäftigt. Bis bald.

Eure Altaira

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s