SPACEPORT DARMSTADT: FLAMMEN, VIEL RAUCH UND EINE MENGE FASZINATION

Eine Flotte von kleinen ESA-Raketen bringt Rauch, Flammen und Faszination nach Darmstadt – um die Lange Nacht der Sterne am ESOC ein wenig zu unterstützen

English version

Es war eine große Ehre von der ESA zur Langen Nacht der Sterne anläßlich der Feier zum 50-jährigen Bestehens des ESOC in Darmstadt eingeladen worden zu sein, um dort meine Miniaturmodelle von ESA-Raketen ausstellen zu dürfen.

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Die gegenwärtige Flotte der ESA-Raketen als Modelle während der ILA-Ausstellung 2016 in Berlin (links) und künstlerische Darstellungen beider Ariane-6-Versionen (rechts). Bilder: ESA/Arianespace/Holger Voss

Im ESOC beginnt die Kontrolle der Satelliten gewöhnlicherweise genau dann wenn die Raketen ihre Arbeit getan haben und die Satelliten von der Rakete abgretennt wurden. Aber ohne so einen Raketenstarts würde es keine einzige Satellitenmission geben. Der Start mit der Rakete ist die kritischste Phase jeder Mission: Flammen, Rauch und viel Lärm beim Start einer Rakete rufen eine sehr spezielle Faszination bei Menschen aus allen Altergruppen hervor.

Die Starts von ESA-Missionen finden aus diversen Gründen – u.a. den geografischen Gegebenheiten – nicht in Europa, sondern vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guiana, von Baikonur in Kasachstan, von Plesetsk in Russland oder anderen Weltraumbahnhöfen, z.B. in den USA oder auch in Indien, statt.

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Die Sammlung von skalierten  flugfähigen ESA-Raketen. Der Autor baut diese selbst. Fünf Modelle wurden für die Ausstellung im ESOC ausgewählt.

 

In der Vergangenheit hatte ich das Glück Raketenstarts in Florida live miterleben zu dürfen. Aufgrund dieser super beeindruckenden Erlebnisse der Raketenstarts habe ich eine Strategie entwickelt, Starts von Weltraumraketen ein wenig mehr nach Europa zu bringen – zumindest für Kinder und Jugendliche, und natürlich auch für Junggebliebene. Wie möchte ich dieses Ziel erreichen? Die Idee ist realistisch aussehende Modelle von ESA-Raketen zu bauen, welche bei öffentlichen Veranstaltungen gestartet werden können. Dies wird natürlich durch eine Kampagne in sozialen und traditionellen Medien unterstützt um eine weite Öffentlichkeit zu erreichen. Letztendlich hoffe ich, daß dies in einem Miniatur-Kourou-Weltraumbahnhof gipfelt, welcher z.B. in Darmstadt die Hauptbasis haben könnte.

Einige Hintergrundinformationen zu den realen ESA-Raketen

Die ESA hat zusammen mit der europäischen Industrie und nationalen Raumfahrtagenturen mit der Ariane 5 und der Vega äußerst zuverlässige Raketen für die Raumfahrt entwickelt. Die russische Soyuz-2-Rakete ist eine großartige Ergänzung zur Arianespace-Raketenflotte, welche die Lücke für mittelgroße Nutzlasten ausfüllt. Mit der Vega-C-Rakete und der Ariane 6, welche gerade entwickelt werden, wird man die Erfolgsgeschichte beim Starten von kommerziellen und institutionalen Nutzlasten in der nahen Zukunft, beim Beginn der neuen Ära der Raumfahrt, fortsetzen können.

Die Ariane 6 wird die Ariane 5 ersetzen. Es wird zwei Varianten geben: eine mittelgroße Version (A62) mit zwei Feststoffboostern, und eine große Version mit vier Boostern (A64). Die Ariane 6 (und natürlcih auch Vega-C) werden den zuverlässigen und unabhängigen Zugang der ESA, der EU und anderer europäischer Organisationen zum Weltraum sichern, und dies zu deutlich geringeren Kosten im Vergleich zum Nutzung der gegenwärtigen Raketenflotte.

Für die Lange Nacht der Sterne am 8. September im ESOC wurde darum die Ariane 6 als Hauptattraktion der kleinen Ausstellung ausgewählt.

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Die Modelle der  ESA-Raketen von links nach rechts: Ariane 64 (1:144), Ariane 62 (1:72) mit einem Kamerasystem an Bord, Soyuz 2 (1:72), Ariane 5 ECA (1:100) und Vega (1:50) mit Flammenablenkschacht und Serviceturm. Bild: Alessandro Ercolani

Die Raketenmodelle im ESOC

Insgesamt haben wir fünf Modelle von ESA-Raketen bei der Langen Nacht der Sterne im ESOC ausgestellt: 2 Modelle der Ariane 6, eines der Ariane 5, eines der Vega und eines der Soyuz-2.

Außerdem konnten wir einige Testzündungen eines Modells des Ariane-6-Feststoffboosters vorführen. Mit Hilfe von Wasserraketnstarts wurden die Grundprinzipien des Wasserraketenstarts erklärt. Leider konnten aufgrund der Witterung eigentlich von uns geplante Starts der kleineren ESA-Raketenmodelle bei der Langen Nacht der Sterne nicht ausgeführt werden.

An dieser Stelle möchte ich das kleine Team vorstellen, welches bei unseren kleinen Ausstellung der Modelle von ESA-Raketen im ESOC half.

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Das Team “ESA-Modellraketen” von links nach rechts: Alessandro Ercolani, Shari Van Treeck, Constanze Kramer und meine Wenigkeit mit meinem kleinen Freund und Raumfahrtmaskottchen Mausonaut in der Hand.

Dabei waren Alessandro Ercolani, der ESA-Manager für die “Science Mission Data Systems”, Modellraketenflieger und einer der Organisatoren des jährlich stattfindendens ESA Space Camps; Shari van Treeck, Doktorandin an der Universität Bonn und ehemalige Kandidatin der “Astronautin”-Kampagne; und Constanze Kramer, eine lokale Raumfahrtenthusiastin und gute Freundin.

Mit dem Öffnen der Tore des ESOC für die Besucher am 8. September begann Alessandro mit diversen Kindern einfache Raketenmodelle zu basteln. Diese Kids sind nun stolze Besitzer ihrer ersten Rakete. Shari und Constanze hatten sich freiwillig gemeldet um bei Kommunikation mit den Hunderten von interessierten Besuchern zu helfen.

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ESA’s Alessandro Ercolani hat mit den Kids tolle Modellraketen gebaut. Und da sagt noch einer Mädchen interessieren sich nicht für Raketen!

 

Uns zur Seite stand auch mein persönlicher kleiner Freund, das bekannte europäische Raumfahrtmaskottchen  Mausonaut, ein bekenndender Fan der neuen ESA-Rakete Ariane 6.

Mausonaut benutzt eine Miniatur-Ariane 6 für die Starts (hier gibt es einen dieser Start auf YouTube) zu (simulierten) Missionen ins Weltall, wie zu den spannenden, fiktiven und doch realistischen Reisen zur MoonDotStation.

Mausonaut hatte viel Freude dabei all die Kids kennenzulernen, und hat auch viele Mausonaut-Aufkleber verteilt. Mausonaut liebt die Kids, und die Kids lieben natürlich auch Mausonaut. 😉 Weitere Informationen über Mausonaut findet Ihr übrigens hier.

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Raumfahrt-Maskottchen Mausonaut – ein wissbegieriger Erforscher des mondnahen Raumes und der größte kleine Fan der neuen ESA-Rakete Ariane 6. Bild: Alessandro Ercolani

 

Wie funktioniert eine Rakete?

Während der Langen Nacht der Sterne haben wir einen großen Teil der Zeit damit verbracht dies dem Publikum genauestens zu erklären. Dazu haben wir natürlich die Raketenmodelle benutzt. Außerdem zeigten wir auch Videos von Starts der ESA-Raketen und dazu passende Starts der Raketenmodelle.

Wir benutzen die ESOC50-Feierlichkeiten auch zur Premiere eines Videos über einen sehr speziellen Start. Nur wenige Tage zuvor wurde das 1:72 Modell der Ariane 62 zum ersten Mal mit einem speziellen Kamerasystem an Bord gestartet. Natürlich wollen wir Euch das Video an dieser Stelle nicht vorenthalten. Hier findet Ihr das Video mit einigen erstaunlichen Aufnahmen auch von dem Startplatz in der Nähe von Barcelona:

 

Auch wenn wir aufgrund der Wetterlage leider keine ESA-Raketenmodelle starten konnten gab es Modellraketen-Action bei der Langen Nacht der Sterne. Wir starteten einige Wasserraketen und waren auch in der Lage einige recht ungewöhnliche Testzündung von einem 1:50-Modell eines Ariane-6-Feststoffboosters vorführen zu können.

Die Testzündungen wurden mit zunehmender Dunkelheit immer eindrucksvoller und brachten dann doch Flammen, Rauch und kurzen, aber doch recht beachtlichen Lärm auf die ESOC50-Feierlichkeiten.

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Testzündung des Ariane-6-Boostermodells am Nachmittag (Bild: Shari van Treeck) und in der Dunkelheit (Bild: Holger Voss).

Das gesamte Team hatte eine Menge Spaß umfangreiche Informationen über Modellraketen in Kombination mit Informationen über die großartigen ESA-Raketen an das wissbegierige Publikum weitergeben zu können.

Es wurde (mal wieder) ganz deutlich wie wichtig es ist Enthusiasmus für Raumfahrtraketen zu entfachen (entflammen?), gerade für die junge Generation – die zukünftigen Ingenieure und Wissenschaftler. Dies sollte wieder verstärkt ein Teilbereich der MINT-Ausbildung werden und auch bei PR-Aktionen der Raumfahrtagenturen und deren Partnern aus der Industrie benutzt werden.

Mein recht herzlicher Dank geht zuerst an das Team aus Freunden und Kollegen, welche mich bei der Langen Nacht der Sterne am ESOC unterstützt haben, und dann natürlich auch an die ESA, welche uns die fantastische Gelegenheit gab die ESA-Modellraketen (a.k.a. #MiniESALaunchers) auszustellen. Und natürlich danke ich Mausonaut dafür daß ich meinen Beitrag hier veröffentlichen durfte. Dankeschön.

 

Holger Voss (a.k.a. @SpaceHolgar)

 

Einige Infos über den Autor:

Dr. Holger Voss ist ein europäischer Astrophysiker mit deutschem Akzent. Er hat für die ESA-Satellitenmission Gaia und für das DLR zur Unterstützung der CNES-geführten CoRoT-Mission gearbeitet. Gegenwärtig ist er im MINT-Bereich tätig um die junge Generation auf das gerade beginnende neue Raumfahrtzeitalter vorzubereiten zu helfen.

 

P.S.: Die für die ESOC50-Feierlichkeiten vorgesehenen Starts wurde einige Tage später auf den historischen Lichtwiesen bei Darmstadt durchgeführt. Viel Spaß beim Anschauen des Videos welches einige Höhepunkte der Aktion und auch einige Freunde und Mitarbeiter der ESA inklusive Familien zeigt. War das der Anfang vom Spaceport Darmstadt?

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[DE] Wen ich so alles beim #ExoMars-Startevent am ESOC traf

Die ExoMars-Startveranstaltung am 14. März hat für mich rund 15 Stunden gedauert! Da trifft man natürlich viele Persönlichkeiten, Bekannte und Freunde. So ist es auch mir ergangen. Dies ausführlich zu beschreiben möchte ich jetzt allerdings nicht – sondern ich lasse einfach einmal Bilder sprechen! Viel Spaß!

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Mein Treffen mit Paxi – dem ESA-Maskottchen für Kids – direkt vor dem 1:1 Schiaparelli-Landermodell auf der Hauptbühne.

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Mit Telespatz – dem Maskottchen der Firma Telespazio VEGA – habe ich mich sogar auf das Wissenschaftsdeck des Schiaparelli-Lander-Modells getraut! 🙂

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Diverse Wissenschaftler beteiligt am Bau der wissenschaftlichen Instrumente an Bord der ExoMars-2016-Mission nahmen auch am Event teil. Dies ist mein Photo mit dem CaSSIS-Team aus der Schweiz. CaSSIS ist die Stereokamera an Bord des Trace Gas Orbiters.

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Ich hatte das Glück einige weltraumbegeisterte Schüler zu ihrem Interview mit dem ehemaligen Astronauten und jetzigen ESA-Direktor Thomas Reiter begleiten zu dürfen.

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Ein Gruppenphoto mit Kids und Thomas Reiter. So habe ich es am liebsten – zusammen mit Kids und Astronauten – und Mausonaut mitten drin! 😉

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Mein Treffen mit Mister Space Remco Timmermans! Es ist immer wieder eine Freude ihn zu treffen. Mit dabei ach die Constanze – mehr dazu im nächsten Bild.

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Gleich zwei „Student Space Ambassadors“ der Organisation „The Mars Generation“ in einem Bild – Contanze Kramer und meine Wenigkeit! Wir berichteten live für die TMG vom Event!

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Mein Treffen mit der sehr lustigen @Cosmic_Carol! Wir hatten uns viel zu erzählen.

DiegoUrbina

Das ist mein Freund Diego Urbina. Er hat an der Mars500 -Simulation teilgenommen. Mehr Mars geht nicht! Gegenwärtig trainiert er Weltraumspaziergänge auf dem Mond (einfach mal nach MoonWalkEU suchen – äußerst interessant! 😉 )

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Vielen Dank an Marco Trovatello – dem netten Herren aus dem ESA HQ in Paris! Es war (wie immer) super toll Dich mal wieder zu treffen. Besonderen Dank auch für die vielen Ratschläge und Tipps!

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Das ESA-Team macht ein Gruppenphoto! Vielen Dank für die Unterstützung und das tolle Event! Leider konnte ich nicht mit allen reden. Wir sehen uns am 19. Oktober zur Veranstaltung für die Ankunft der ExoMars 2016  am Mars! Spätestens dann! 😉

 

Teil II meiner ExoMars-Startveranstaltungsberichterstattung:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/19/die-wissenschaftlichen-experimente-an-bord-der-exomars-2016-mission/

Teil I meiner ExoMars-Berichterstattung:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/19/mein-bericht-zum-exomars-startevent-am-esoc/

[DE] Mein Bericht zum ExoMars-Startevent am ESOC

14. März 2016: Die Europäische Weltraumbehörde ESA und ihr russischer Partner Roscosmos planen den ersten Start des ExoMars-Programmes. Mit einer Proton-Trägerrakete sollen der Trace Gas Orbiter TGO and der Testlander Schiaparelli in Richtung Mars gestartet werden. Zur Startveranstaltung am Satellitenkontrollzentrum ESOC hat die ESA 25 Social-Media-Reporter eingeladen. Ich hatte zusammen mit meinem Missionsleiter SpaceHolgar das Glück von der ESA als solch ein Reporter ausgewählt zu werden. Und noch besser – wir hatten auch die Ehre für die Organisation „The Mars Generation“ gegründet von der inspirierenden wohlmöglich zukünftigen Astronautin Abigail Harrison von der Veranstaltung live auf Twitter berichten zu dürfen – unter dem Hashtag #marsgen.

IntroBlog

Wir kamen am Tor des ESOC rund 2 Stunden vor dem Start an – der Start war 10:31 Uhr MEZ geplant. Nachdem wir uns einen guten Sitzplatz und ein Podest für mich in zentraler Position gesichert hatten machten wir uns mit den eigentlichen Stars des Tages bekannt – dem ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) und dem Schiaparelli-Landerdemonstrator:

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Ich auf dem Mars … ähm auf der Bühne vor dem 1:1 Modell des Schiaparelli-Landers.

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Ein sehr schönes skaliertes Modell des Trace Gas Orbiters mit dem aufgesetztem Schiaparelli-Lander war über der Bühne aufgehängt.

Die eigentliche Veranstaltung begann dann rund eine Stunde vor der geplanten Startzeit. Rund 500 Gäste waren anwesend – darunter viele Journalisten und auch Wissenschaftler verantwortlich für den Bau der wissenschaftlichen Experimente an Bord von TGO und Schiaparelli. Während der Bühnenshow wurde dann die ExoMars-Mission erst einmal vorgestellt. Wichtige Repräsentanten der ESA gaben Statements ab – wie z.B. der ESA-Generaldirektor Jan Wörner,  der ehemalige ESA-Astronaut Thomas Reiter, der ExoMars-Projektwissenschafter Jorge Vago und der ESA-Wissenschaftsberater Mark McCaughrean. Eine weitere kurze Ansprache gab es auch von der „Frontfrau“ des DLR Pascale Ehrenfreund. Und mein Freund und Mars500-Teilnehmer Diego Urbina trat auch kurz auf.

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Die Protonrakete mit ExoMars TGO und Schiaparelli hebt ab. So habe ich den Start von meinem Podest aus gesehen.

Und dann war auch schon die Startzeit gekommen. Das Wetter am Startort in Baikonur in Baikonur war recht schlecht mit sehr starker Bewölkung und auch etwas Regen. Bekanntlich können die russischen Trägerraketen auch im Schneesturm  starten. So hob die Proton-Rakete dann auch pünktlich ab. Die Qualität des Startvideos war leider nicht so gut – vermutlich dem schlechten Wetter geschuldet.

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Hier verfolge ich die anfängliche Startphase der Proton-Rakete. Alles lief wie geplant.

Die Proton-Rakete flog in einer vierstufigen Version mit einer Briz-M-Oberstufe. Mit der ersten vierminütigen Brennphase dieser Oberstufe wurde dann 16 Minuten nach dem Abheben ein vorläufiger Erdorbit erreicht. Auf der Bühne kommentierte ESA-Missionsanalytiker Michael Khan diese Startphase.

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Der Missionsanalytiker der ESA, Michael Khan, kommentierte die frühe Startphase live auf der Bühne – hier beim ersten Einsatz der Briz-M-Oberstufe.

Dann gab es eine Pause. Man konnte in dieser Zeit Interviews führen oder auch Freunde treffen. Was ich so gemacht habe werde ich Euch in einem weiteren Artikel erzählen.

Dann ging das Event weiter. ESA-Experten und Wissenschaftler erklärten interessante Aspekte vom Start und der gesamten ExoMars-Mission: Hier sind die Themen der Vorträge und die Vortragenden:

  • Orbitale Mechanik und die Reise zum Mars – mit Michael Khan, ESA
  • Wissenschaft mit dem ExoMars Trace Gas Orbiter TGO – mit den Wissenschaftlern Daniil Rodionov, Manish Patel und Gabriele Cremonese
  • Das ExoMars-Schiaparelli-Eintritts-, Abstiegs- und Landungs-Demonstrator -Modul (EDM) – mit Olivier Bayle, ESA EDM Systemingenieur
  • Die Missionen ExoMars 2016 and 2018 – mit Rolf de Groot, Koordinator für robotische Erkundung, ESA
  • Die wissenschaftliche Suche nach Leben mit der Hilfe von ExoMars – mit Jorge Vago, ESA
  • Wissenschaft mit dem ExoMars-Schiaparelli-EDM-Lander – Mit den Wissenschaftlern Simone Silvestro und Carlo Bettani.
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Der ausführende Missionsdirektor Micha Schmidt gab während der Veranstaltung Statusmeldungen aus dem Hauptkontrollraum ab – hier beim Vortrag von Jorge Vago.

Nach dem einzelnen Vorträgen konnte das Publikum Fragen an die Vortragenden stellen. Später beantworteten die Experten dann auch noch Fragen welche via Twitter mit dem Hashtag #askESA eingesandt worden waren. Ich hatte auch Fragen eingesandt. Eine davon wurde auch beantwortet – von Michael Khan:

Während der Veranstaltung wurden wir immer wieder auf den neuesten Stand der Mission gebracht. Die Oberstufe Briz-M musste vier Einsätze absolvieren bis die ExoMars-Nutzlast auf den Weg zum Mars gebracht war. Zwischen Einsatz 3 und 4 musste auch noch ein leerer Treibstofftank abgeworfen werden – zur Gewichtseinsparung. Alle 4 Einsätze der Oberstufe waren erfolgreich. Kurz nach dem Brennschluß des 4. Einsatzes konnte dann auch bestätigt werden daß die ExoMars-Nutzlast und die Oberstufe auf dem korrekten Kurs waren.

Der nächste wichtige Schritt der Mission war die Abtrennung der Oberstufe. Dies war ein automatischer Prozess und sollte eigentlich kurz nach den Verlust des Kontaktes mit der Bodenstation geschehen. Allerdings dauerte der Kontakt etwas länger als erwartet und so konnte etwas früher als geplant die erfolgreiche Abtrennung bestätigt werden – weniger als 11 Stunden nach dem Start. Dazu habe ich dann auch einen Tweet versandt:

Nach dieser Abtrennung war der Trace Gas Orbiter dann so programmiert daß er eine automatische Sequenz zur Vorbereitung der ersten Kontaktaufnahme mit der ESA-Bodenstation durchführte. Um dieses Event herum hatte die ESA eine weitere Bühnenshow eingeplant. Der Wissenschaftsberater der ESA McCaughrean erklärte die Motivation warum die ESA zum Mars fliegen möchte. Ein weiterer Vortrag würdigte den Beitrag der europäischen Industrie zu dieser ExoMars-Mission.

Doch dann war endlich der Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme zwischen ExoMars-Satelliten und der Bodenstation gekommen. Dieser erste Kontakt wird „Aquisition of Signal“ AOS genannt und ist sehr wichtig da ein erfolgreicher AOS zeigt daß der Satellit in gutem Zustand ist. Zum geplanten Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme rund 12 Stunden nach dem Start geschah dann folgendes – wir ich es von meiner Position aus gesehen habe:

Der Kontakt zum Trace Gas Orbiter war also erfolgreich hergestellt worden. Welch ein Erfolg für die ESA und die russische Partnerorganisation Roscosmos und die gesamte Raumfahrtgemeinschaft! Eine weitere Mission war auf dem Weg zum Mars gebracht worden. Da die ExoMars-Mission auch einen Beitrag  bei der Suche nach Leben auf dem Mars leisten wird ist ist auch ein wichtiger Beitrag bei dem Streben der Menschheit für den bemannten Flug zum Mars. Entsprechend enthusiastisch war auch mein Live-Tweet:

Das Bild des obigen Tweets zeigt übrigens eine sehr positive emotionale Reaktion des obersten wissenschaftlichen Beraters der ESA McCaughrean kurze Zeit nach dem Empfang des ersten Signals. Das kann man genauer hier sehen – und hören:

Es gab weitere kurze Botschaften anlässlich dieses großartigen Erfolges, so u.a. vom ESA-DG Jan Wörner live  aus Moskau. Neugierig geworden? Ich habe für Euch diese ganze kurze Abendveranstaltung aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung findet Ihr hier:

Vielen Dank für das Lesen und Anschauen! War das schon alles von diesem Super-Super-Event? Natürlich nicht! In den kommenden Tagen werde ich noch mehr hier veröffentlichen!

Euer Mausonaut

Teil II meiner ExoMars-Startbericherstattung:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/19/die-wissenschaftlichen-experimente-an-bord-der-exomars-2016-mission/

Teil III meiner ExoMars-Startveranstaltungsberichterstattung:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/20/wenn-ich-so-beim-exomars-startevent-am-esoc-traf/

P.S.: This post is also available in English:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/18/my-report-about-the-exomars-launch-event-at-esoc/

[ENG] My report about the ExoMars launch event at ESOC

March 14, 2016: The European Space Agency ESA and its Russian partner Roscosmos had planned to launch the first ExoMars payload towards Mars. ESA had invited 25 social media reporters to the European Space Operations Centre in Darmstadt, Germany – we (my mission director @SpaceHolgar and myself) are among the selected lucky ones. Even better, we had the privilege to report for the organization „The Mars Generation“ founded by the inspiring aspiring astronaut Abigail Harrison – using the hashtag #marsgen.

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We were arriving at the entrance gate two hours before the planned launch time: 9:31 a.m. GMT. After reserving a nice seat (and a podest for me) we had the time to familiarize us with the stars of the day – the ExoMars Trace Gas Orbiter and the Schiaparelli lander demonstrator.

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A scale model of the Trace Gas Orbiter with a Schiaparelli lander model attached is placed above the mainstage.

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I am visiting the 1:1 model of the Schiaparelli lander demonstrator.

The event started about one hour before the planned liftoff time. About 500 guests were following the event – among them several scientist that had built the scientific instruments for both spacecrafts. The stage show started with an introduction to the ExoMars mission and some statements of top ESA managers and  – among them the former German astronaut Thomas Reiter, the ESA Senior Science Advisor Mark McCaughrean, the ExoMars Project Scientist Jorge Vago, the Chairwoman of the Board of the German Aerospace Centre Pascale Ehrenfreund and my friend and Mars500 participant Diego Urbina.

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LIFTOFF of the Proton launcher with the ExoMars 2016 payload – as seen by me.

Then it was about time for the launch. The weather at the Russian launch base Baikonur in Kazakhstan was quite poor with heavy overcast. No problem for a Russian launcher – as we know they can launch even in a snow storm. Thus the Proton launcher with the Trace Gas Orbiter and the Schiaparelli lander lifted off as planned. Unfortunately the quality of the liftoff video was very poor – probably due to the bad weather.

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Me following the initial liftoff phase of the Proton launcher. The trajectory was nominal. Good that I was not onboard this time – without helmet!

The Proton launcher was flying in a four-stage configuration – with a Briz-M upper stage. The first burn of this upper stage – 4 minutes long – was bringing the ExoMars payload to a parking orbit 16 minutes after liftoff. This initial launch phase was well commented on stage – by Michael Khan – ESA Mission Analyst.

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ESA Mission Analyst Michael Khan was commenting the launch live on stage – here during the first burn of the Briz-M upper stage.

A break of the event was following. It was time to meet friends and to do interviews. I will report about this in a future blog post as I was meeting a lot of interesting people.

The event was continued with sessions where ESA experts and scientists were explaining several interesting topics related to this launch and the entire ExoMars program. Here are the topics of the sessions:

  • Orbital Mechanics and the journey to Mars – with Michael Khan, ESA
  • Science on the ExoMars Trace Gas Orbiter TGO – with the scientists Daniil Rodionov, Manish Patel & Gabriele Cremonese
  • The ExoMars Schiaparelli entry, descent and landing demonstrator module (EDM) – with Olivier Bayle, ESA EDM System Engineer
  • Shaping ExoMars 2016 and 2018 – with Rolf de Groot, Coordinator Robotic Exploration, ESA
  • The scientific search for life with ExoMars- with Jorge Vago, ESA
  • Science on the ExoMars Schiaparelli EDM lander – with the scientists Simone Silvestro & Carlo Bettani
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Deputy Flight Director Micha Schmidt is updating about the progress of the mission while ExoMars Project Scientist Jorge Vago is on stage.

After the specialists were giving their talks the audience was permitted to ask question. Later on a the experts were also answering questions on Twitter. The questions were sent in with the hashtag #askESA. One of my questions (This one asked in German language, sorry – Translation: How long is/was the launch window for this launch?) was answered, too. Here is the tweeted video answer by Michael Khan – in English:

During all the sessions and Q&As we were regularly updated about the status of the launch. The Briz-M upper stage had to complete four different burns including a jettison of an empty fuel tank between burn 3 & 4 to shed some unnecessary weight. All these burns of the upper stage were successful and shortly after the end of the fourth burn it was confirmed that the ExoMars payload was on the correct trajectory.

The next very important step was the separation of the ExoMars stack from the upper stage. This was an automatic process supposed to happen just after the Russian ground station had lost contact with the stage. Actually the contact was enduring a bit longer than expected and in this way the successful separation of the ExoMars spacecraft was confirmed earlier than expected less than 11 hours after the launch. Here is my live tweet for this important separation event:

After the separation the Trace Gas Orbiter was programmed to initialize an automatic sequence to begin its operations to be prepared for the first contact with an ESA ground station. Around this event ESA had planned another stage show. The Senior Science Advisor of ESA, Mark McCaughran, gave a presentation explaining the motivation why we fly to Mars. Another presentation was giving by Carlo Cassi about the role of the European industry in the ExoMars project.

Then it was about time for establishing the first contact between the Trace Gas Orbiter and the ground station. This is called Acquisition of Signal (AOS) and was quite important as it would show that the spacecraft is in good shape. At the planned time about 12 hours after the liftoff the following happened – a watched by myself:

The contact was successfully established! What a great moment for ESA and Roscosmos – and the entire space community! We have another mission on the way to Mars! As the mission will participate in the search for  life on Mars it is another important step for humankind on the #JourneyToMars. My enthusiastic tweet was the following:

The image was actually taken a bit after the AOS happened. The ESA Senior Science  Advisor Mark McCaughrean was a bit emotional here. Please turn up the volume:

Some other official statements were given, for instance by ESA DG Jan Woerner phoning from Moscow where he was celebrating with the Russian partners.

Then the celebrations did begun. Interested the relive this emotional AOS stage show ? I have recorded the entire show for you. Enjoy! Here you can find the VIDEO:

Many thanks for reading! More about this fantastic event to come – here in my blog!

Mausonaut

 

Part II of my ExoMars launch coverage:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/20/the-science-instruments-of-the-exomars-2016-mission/

Part III:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/20/meets-and-greets-at-the-exomars-launch-events/

P.S.: Diesen Artikel gibt es auch in deutscher Sprache:

https://mausonaut.wordpress.com/2016/03/19/mein-bericht-zum-exomars-startevent-am-esoc/