SPACEPORT DARMSTADT: FLAMMEN, VIEL RAUCH UND EINE MENGE FASZINATION

Eine Flotte von kleinen ESA-Raketen bringt Rauch, Flammen und Faszination nach Darmstadt – um die Lange Nacht der Sterne am ESOC ein wenig zu unterstützen

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Es war eine große Ehre von der ESA zur Langen Nacht der Sterne anläßlich der Feier zum 50-jährigen Bestehens des ESOC in Darmstadt eingeladen worden zu sein, um dort meine Miniaturmodelle von ESA-Raketen ausstellen zu dürfen.

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Die gegenwärtige Flotte der ESA-Raketen als Modelle während der ILA-Ausstellung 2016 in Berlin (links) und künstlerische Darstellungen beider Ariane-6-Versionen (rechts). Bilder: ESA/Arianespace/Holger Voss

Im ESOC beginnt die Kontrolle der Satelliten gewöhnlicherweise genau dann wenn die Raketen ihre Arbeit getan haben und die Satelliten von der Rakete abgretennt wurden. Aber ohne so einen Raketenstarts würde es keine einzige Satellitenmission geben. Der Start mit der Rakete ist die kritischste Phase jeder Mission: Flammen, Rauch und viel Lärm beim Start einer Rakete rufen eine sehr spezielle Faszination bei Menschen aus allen Altergruppen hervor.

Die Starts von ESA-Missionen finden aus diversen Gründen – u.a. den geografischen Gegebenheiten – nicht in Europa, sondern vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guiana, von Baikonur in Kasachstan, von Plesetsk in Russland oder anderen Weltraumbahnhöfen, z.B. in den USA oder auch in Indien, statt.

AllESALaunchers

Die Sammlung von skalierten  flugfähigen ESA-Raketen. Der Autor baut diese selbst. Fünf Modelle wurden für die Ausstellung im ESOC ausgewählt.

 

In der Vergangenheit hatte ich das Glück Raketenstarts in Florida live miterleben zu dürfen. Aufgrund dieser super beeindruckenden Erlebnisse der Raketenstarts habe ich eine Strategie entwickelt, Starts von Weltraumraketen ein wenig mehr nach Europa zu bringen – zumindest für Kinder und Jugendliche, und natürlich auch für Junggebliebene. Wie möchte ich dieses Ziel erreichen? Die Idee ist realistisch aussehende Modelle von ESA-Raketen zu bauen, welche bei öffentlichen Veranstaltungen gestartet werden können. Dies wird natürlich durch eine Kampagne in sozialen und traditionellen Medien unterstützt um eine weite Öffentlichkeit zu erreichen. Letztendlich hoffe ich, daß dies in einem Miniatur-Kourou-Weltraumbahnhof gipfelt, welcher z.B. in Darmstadt die Hauptbasis haben könnte.

Einige Hintergrundinformationen zu den realen ESA-Raketen

Die ESA hat zusammen mit der europäischen Industrie und nationalen Raumfahrtagenturen mit der Ariane 5 und der Vega äußerst zuverlässige Raketen für die Raumfahrt entwickelt. Die russische Soyuz-2-Rakete ist eine großartige Ergänzung zur Arianespace-Raketenflotte, welche die Lücke für mittelgroße Nutzlasten ausfüllt. Mit der Vega-C-Rakete und der Ariane 6, welche gerade entwickelt werden, wird man die Erfolgsgeschichte beim Starten von kommerziellen und institutionalen Nutzlasten in der nahen Zukunft, beim Beginn der neuen Ära der Raumfahrt, fortsetzen können.

Die Ariane 6 wird die Ariane 5 ersetzen. Es wird zwei Varianten geben: eine mittelgroße Version (A62) mit zwei Feststoffboostern, und eine große Version mit vier Boostern (A64). Die Ariane 6 (und natürlcih auch Vega-C) werden den zuverlässigen und unabhängigen Zugang der ESA, der EU und anderer europäischer Organisationen zum Weltraum sichern, und dies zu deutlich geringeren Kosten im Vergleich zum Nutzung der gegenwärtigen Raketenflotte.

Für die Lange Nacht der Sterne am 8. September im ESOC wurde darum die Ariane 6 als Hauptattraktion der kleinen Ausstellung ausgewählt.

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Die Modelle der  ESA-Raketen von links nach rechts: Ariane 64 (1:144), Ariane 62 (1:72) mit einem Kamerasystem an Bord, Soyuz 2 (1:72), Ariane 5 ECA (1:100) und Vega (1:50) mit Flammenablenkschacht und Serviceturm. Bild: Alessandro Ercolani

Die Raketenmodelle im ESOC

Insgesamt haben wir fünf Modelle von ESA-Raketen bei der Langen Nacht der Sterne im ESOC ausgestellt: 2 Modelle der Ariane 6, eines der Ariane 5, eines der Vega und eines der Soyuz-2.

Außerdem konnten wir einige Testzündungen eines Modells des Ariane-6-Feststoffboosters vorführen. Mit Hilfe von Wasserraketnstarts wurden die Grundprinzipien des Wasserraketenstarts erklärt. Leider konnten aufgrund der Witterung eigentlich von uns geplante Starts der kleineren ESA-Raketenmodelle bei der Langen Nacht der Sterne nicht ausgeführt werden.

An dieser Stelle möchte ich das kleine Team vorstellen, welches bei unseren kleinen Ausstellung der Modelle von ESA-Raketen im ESOC half.

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Das Team “ESA-Modellraketen” von links nach rechts: Alessandro Ercolani, Shari Van Treeck, Constanze Kramer und meine Wenigkeit mit meinem kleinen Freund und Raumfahrtmaskottchen Mausonaut in der Hand.

Dabei waren Alessandro Ercolani, der ESA-Manager für die “Science Mission Data Systems”, Modellraketenflieger und einer der Organisatoren des jährlich stattfindendens ESA Space Camps; Shari van Treeck, Doktorandin an der Universität Bonn und ehemalige Kandidatin der “Astronautin”-Kampagne; und Constanze Kramer, eine lokale Raumfahrtenthusiastin und gute Freundin.

Mit dem Öffnen der Tore des ESOC für die Besucher am 8. September begann Alessandro mit diversen Kindern einfache Raketenmodelle zu basteln. Diese Kids sind nun stolze Besitzer ihrer ersten Rakete. Shari und Constanze hatten sich freiwillig gemeldet um bei Kommunikation mit den Hunderten von interessierten Besuchern zu helfen.

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ESA’s Alessandro Ercolani hat mit den Kids tolle Modellraketen gebaut. Und da sagt noch einer Mädchen interessieren sich nicht für Raketen!

 

Uns zur Seite stand auch mein persönlicher kleiner Freund, das bekannte europäische Raumfahrtmaskottchen  Mausonaut, ein bekenndender Fan der neuen ESA-Rakete Ariane 6.

Mausonaut benutzt eine Miniatur-Ariane 6 für die Starts (hier gibt es einen dieser Start auf YouTube) zu (simulierten) Missionen ins Weltall, wie zu den spannenden, fiktiven und doch realistischen Reisen zur MoonDotStation.

Mausonaut hatte viel Freude dabei all die Kids kennenzulernen, und hat auch viele Mausonaut-Aufkleber verteilt. Mausonaut liebt die Kids, und die Kids lieben natürlich auch Mausonaut. 😉 Weitere Informationen über Mausonaut findet Ihr übrigens hier.

Mausonaut

Raumfahrt-Maskottchen Mausonaut – ein wissbegieriger Erforscher des mondnahen Raumes und der größte kleine Fan der neuen ESA-Rakete Ariane 6. Bild: Alessandro Ercolani

 

Wie funktioniert eine Rakete?

Während der Langen Nacht der Sterne haben wir einen großen Teil der Zeit damit verbracht dies dem Publikum genauestens zu erklären. Dazu haben wir natürlich die Raketenmodelle benutzt. Außerdem zeigten wir auch Videos von Starts der ESA-Raketen und dazu passende Starts der Raketenmodelle.

Wir benutzen die ESOC50-Feierlichkeiten auch zur Premiere eines Videos über einen sehr speziellen Start. Nur wenige Tage zuvor wurde das 1:72 Modell der Ariane 62 zum ersten Mal mit einem speziellen Kamerasystem an Bord gestartet. Natürlich wollen wir Euch das Video an dieser Stelle nicht vorenthalten. Hier findet Ihr das Video mit einigen erstaunlichen Aufnahmen auch von dem Startplatz in der Nähe von Barcelona:

 

Auch wenn wir aufgrund der Wetterlage leider keine ESA-Raketenmodelle starten konnten gab es Modellraketen-Action bei der Langen Nacht der Sterne. Wir starteten einige Wasserraketen und waren auch in der Lage einige recht ungewöhnliche Testzündung von einem 1:50-Modell eines Ariane-6-Feststoffboosters vorführen zu können.

Die Testzündungen wurden mit zunehmender Dunkelheit immer eindrucksvoller und brachten dann doch Flammen, Rauch und kurzen, aber doch recht beachtlichen Lärm auf die ESOC50-Feierlichkeiten.

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Testzündung des Ariane-6-Boostermodells am Nachmittag (Bild: Shari van Treeck) und in der Dunkelheit (Bild: Holger Voss).

Das gesamte Team hatte eine Menge Spaß umfangreiche Informationen über Modellraketen in Kombination mit Informationen über die großartigen ESA-Raketen an das wissbegierige Publikum weitergeben zu können.

Es wurde (mal wieder) ganz deutlich wie wichtig es ist Enthusiasmus für Raumfahrtraketen zu entfachen (entflammen?), gerade für die junge Generation – die zukünftigen Ingenieure und Wissenschaftler. Dies sollte wieder verstärkt ein Teilbereich der MINT-Ausbildung werden und auch bei PR-Aktionen der Raumfahrtagenturen und deren Partnern aus der Industrie benutzt werden.

Mein recht herzlicher Dank geht zuerst an das Team aus Freunden und Kollegen, welche mich bei der Langen Nacht der Sterne am ESOC unterstützt haben, und dann natürlich auch an die ESA, welche uns die fantastische Gelegenheit gab die ESA-Modellraketen (a.k.a. #MiniESALaunchers) auszustellen. Und natürlich danke ich Mausonaut dafür daß ich meinen Beitrag hier veröffentlichen durfte. Dankeschön.

 

Holger Voss (a.k.a. @SpaceHolgar)

 

Einige Infos über den Autor:

Dr. Holger Voss ist ein europäischer Astrophysiker mit deutschem Akzent. Er hat für die ESA-Satellitenmission Gaia und für das DLR zur Unterstützung der CNES-geführten CoRoT-Mission gearbeitet. Gegenwärtig ist er im MINT-Bereich tätig um die junge Generation auf das gerade beginnende neue Raumfahrtzeitalter vorzubereiten zu helfen.

 

P.S.: Die für die ESOC50-Feierlichkeiten vorgesehenen Starts wurde einige Tage später auf den historischen Lichtwiesen bei Darmstadt durchgeführt. Viel Spaß beim Anschauen des Videos welches einige Höhepunkte der Aktion und auch einige Freunde und Mitarbeiter der ESA inklusive Familien zeigt. War das der Anfang vom Spaceport Darmstadt?

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Ein Blick hinter die Kulissen von MT Aerospace in Augsburg (Teil 3)

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MitAR6s

Stolz präsentiere ich unsere Mini-Ariane-6 (mit 2 Feststoffboostern) bei MT Aerospace neben dem großen Ariane-6-Modell (vier Booster). In der Vitrine sind Modelle von Ariane 1, 2, 3, 4, 5 und eine frühere Version der Ariane-6 ausgestellt.

 

Der Standort von MT Aerospace in Augsburg ist eng mit der europäischen Raumfahrtgeschichte verbunden. Nicht nur für die Ariane-5, auch für die ESA-Trägerraketen Ariane 1, 2, 3 und 4 wurden hier seit Ende der 70er Jahre Teile produziert. Diese Erfolgsgeschichte wird jetzt mit der umfassenden Beteiligung an der Herstellung der Ariane-6 fortgesetzt.

 

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Das große Ariane-6-Modell aus dem ersten Bild oberhalb habe ich schon einmal getroffen. Das war bei meinem Besuch auf der ILA 2016 am Stand von OHB/MT Aerospace.

 

Die Ariane-6 wird die neue große Trägerrakete der ESA sein und hoffentlich 2020 zum ersten Mal vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana aus starten.

 

Videoanimation der Europäischen Weltraumbehörde ESA vom Start einer Ariane-6.

Die Ariane-6 ist optimiert um bei günstigen Startkosten gleichzeitig auch vielseitig einsetzbar zu sein.  Dies erreicht man unter anderem damit, daß zum Start zwei oder vier Feststoffbooster verwendet werden können. So wird man die Ariane 6 mit 2 Feststoffboostern als Träger für mittlere Nutzlasten haben (AR62), und die Version AR64 mit 4 Feststoffboostern als Träger für schwerere Nutzlasten oder mehrerer Satelliten gleichzeitig wie jetzt auch bei der Ariane 5.

 

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Schnitt durch ein Modell eines Ariane-6-Feststoffboosters (im Odysseum in Köln stehend, Eigentümer DLR) . Das braune ist der Feststofftreibstoff. Der ist umschlossen von der Boosterhülle, welche auch gleichzeitig als Brennkammer dient. Diese Boosterhüllen bestehen aus Kohlefaserverbundwerkstoffen und werden auch bei MT-A in Augsburg produziert werden.

 

Der Hauptbestandteil eines Feststoffboosters ist die sogenannte Boosterhülle. Diese Boosterhülle ist weitaus mehr als der Behälter für die rund 137 Tonnen(!) festen Brennstoffes, sie ist gleichzeitig auch die Brennkammer für diesen Brennstoff. Und sie besteht nicht aus mehreren Stahlsegmenten wie bei der Ariane-5 (mehr dazu im Teil 1), sondern ist eine einzige Einheit hergestellt aus Kohlefaserverbundwerkstoff.

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Vor einem Bildschirm im Ariane-6-Projektbüro bei MT Aerospace: In einem interessanten Film wird die Beteiligung von MT-A an der Ariane-6 aufgezeigt. Hier ist eine Testboosterhülle zu sehen, welche MT-A zusammen mit dem DLR in einen neuen kostengünstigen Verfahren hergestellt hat. Sie wurde vor kurzem zum ersten getestet – und das mit mit Erfolg. Mehr dazu findet Ihr hier.

 

Da die Ariane-6 zwei oder gar vier dieser Booster benutzen wird ist es wichtig daß die dazugehörigen Boosterhüllen kostengünstig produziert werden können. Daher hat MT Aerospace in Zusammenarbeit mit dem DLR eine neue kostengünstige Herstellungsweise dafür entwickelt – die sogenannte Infusionsmethode. Die Produktion wird vereinfacht da die Kohlefasern für die gesamte Boosterhülle erst trocken in der entsprechenden Form gewickelt wird und dann in einem zweiten Schritt der Binder aus Epoxyharzen von außen eingetragen wird. Damit vermeidet man den bisher üblichen äußerst komplizierten Prozess der gleichzeitigen Wicklung und Einbringung des Bindemittels.

 

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Schnitt durch ein Stück Kohlefaserverbundwerkstoff von einer Testboosterhülle. Man erkennt die einzelnen Kohlefasern. Mit dieser Technologie kann eine Boosterhülle in einem Stück gebaut werden und ist auch noch deutlich leichter als eine Hülle aus Stahl.

 

Dank dieser großartigen technischen Entwicklung und des verstärkten finanziellen Engagements Deutschland beim Ariane-6-Programm wird MT-A so auch Boosterhüllen für die Ariane-6 in Augburg produzieren können. Ein weiterer Produktionsstandort für Boosterhüllen befindet sich bei Avio in Italien.

 

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Im Tank für den Flüssigsauerstoff der Hauptstufe des Ariane-6-Modelles im Odysseum in Köln. Ich stehe direkt auf dem unteren Tankdom, unter mir ist der obere Tankdom vom Flüssigwasserstofftank. Die vier Tankdome der Ariane-6 mit einem Durchmesser von 5.4 Metern werden aus einer Aluminium-Lithium-Legierung bestehen und natürlich in Augsburg produziert werden.

 

Neben den Boosterhüllen werden auch alle Tankdome für die Hauptstufe als auch für die Oberstufe der Ariane-6 bei MT Aerospace in Augsburg produziert werden. Die Herstellung dieser Tankdome wurde wiederum kostenoptimiert. Sowohl die vier Tankdome der Hauptstufe als auch die vier Tankdome der Oberstufe haben den selben Durchmesser von 5,4 Metern und können so mit den selben Maschinen hergestellt werden. Insgesamt sind bis zu 11 Ariane-6-Starts pro Jahr vorgesehen und somit auch ein gewaltiger Produktionsbedarf von bis zu 88 Tankdomen pro Jahr.

 

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Das Modell der Ariane-6-Oberstufe im Odysseum in Köln. Es gibt wiederum vier Tankdome mit einem Durchmessser von 5.4 Metern. Diese können mit den gleichen Maschinen wie die vier Tankdome für die Hauptstufe hergestellt werden – wiederum bei MT-A in Augsburg.

 

MT Aerospace wird aber nicht „nur“ Boosterhüllen und Tankdome für die Ariane-6 herstellen. Auch die zylindrischen Tanksektionen werden von MT Aerospace hergestellt werden. Diese werden dann im neuen Werk von MT Aerospace in Bremen zusammen mit den Tankdomen aus Augsburg zu vollständigen Treibstofftanks zusammengesetzt werden. Von dort können sie dann einfach ins benachbarte Werk von Airbus/Airbus Ariane Group zur weiteren Integration transportiert werden.

 

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Das neue Werk von MT Aerospace in Bremen. Hier werden die zylindrischen Tankstrukturen der Ariane-6-Oberstufe hergestellt und dann mit den Tankdomen aus Augsburg verbunden und dann zum Airbus/Ariane Group-Werk in der unmittelbaren Nachbarschaft geliefert.

 

Dies sind immer noch nicht alle Bauteile, welche MT Aerospace für die Ariane-6 produzieren wird. Weitere Bauteile sind die Struktur am unteren Ende der Hauptstufe unterhalb des großen Wasserstofftanks (Aft Bay Cylinder), in dem sich das Vulcain-Haupttriebwerk befindet. Dort wird auch die untere Halterung für die Feststoffbooster befestigt werden. Die Wasser- und Sauerstofftanks der Hauptstufe als auch der Oberstufe werden werden mit Bauteilen von MT Aerospace verbunden werden (Inter Tank Structure).

 

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Welche europäische Firma aus welchem Land produziert welches Bauteil für die Ariane-6 in einem Schema von der ESA. Die Grafik ist eventuell nicht mehr aktuell da aus dem vergangenen Jahr. Auch haben wir die Beteilungen von MT-A extra mit rotem Rand markiert.

 

Und dies ist immer noch nicht die gesamte Beteilung von MT-A an der Ariane-6! Auch die strukturellen Zylinder unterhalb und oberhalb der Feststoffboosterhüllen (ESR Rear Skirt und SRM Front Skirt Ring) werden in Augsburg produziert werden.

 

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Die junge Generation ist auf jeden Fall schon einmal von der Ariane-6 begeistert – wie hier zu sehen beim Modell im Odysseum in Köln. Möge Ariane-6 ein europäische Erfolgsgeschichte mit starker deutscher Beteiligung werden!

 

So wird MT Aerospace dann auch der größte Zulieferer von Bauteilen für die Ariane-6 sein. Die Ariane-6 wird so also mehr denn je auch eine Trägerrakete mit deutschem Ursprung sein.  Wir hoffen, daß wir ein wenig dazu beitragen können, die Ariane-6 ein wenig populärer in Deutschland machen zu können. Ich selbst bin ja ein großer Fan der Ariane-6: ich starte selbst mit einer Mini-Ariane-6 zu meinen #MoonDot-Weltraummissionen wie hier bei der letzten Mission zur MoonDotStation:

 

Wir haben auch noch weitere Ariane-6-Modelle in verschiedenen Größen und mit zwei oder vier Feststoffboostern.

 

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Ariane-6-Startkomplex in einer Animation der ESA. MT Aerospace ist auch beim Bau des realen Startkomplexes in Kourou involviert. Wir möchten eine funktionelle Miniversion des Startkomplexes bauen.

 

Dazu wollen wir dann noch einen gesamten Miniaturstartkomplex für die unsere Mini-Ariane-6-Raketen bauen. Dazu gehören dann ein Serviceturm, ein Starttisch inklusive Gasablenkschächte (a.k.a Flame Trench), Blitzableitertürme und eine mobile Montagehalle – ganz ähnlich der Startanlage in Kourou. Und auch bei der Startanlage in Kourou spielt MT-A eine wichtige Rolle. Dies jetzt hier genauer zu erläutern würde allerdings den Rahmen dieses Beitrages sprengen. 😉

 

MitMitarbeitern

Einige Mitarbeiter mit mir bei MT Aerospace vor Ariane-4- und Ariane-5-Modellen. Herzlichen Dank für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft!

 

Wir (mein Missionsdirektor & meine Wenigkeit) möchten uns recht herzlich bei MT Aerospace für die Möglichkeit des Besuches dort in Augsburg bedanken. Das war ein fantastischer Besuch mit Unmengen an Informationen über ein sehr spannendes Thema. Wir würden sehr gerne wieder zu Besuch kommen wollen – jederzeit! 😉

Ein besonderer Dank geht an Frau Holsworth für das Ermöglichen und die Organisation des Besuches inklusive der Rundgänge. Recht herzlichen Dank und allerbeste Grüsse nach Augsburg!

Euer Mausonaut

Teil 1: Herstellung der Boostersegmente für die Ariane 5

Teil 2: Tankdome für die Ariane-5 und mehr

Bei den Raketentriebwerkstestern des DLR in Lampoldshausen

Während meiner kleinen Tour durch Deutschland nach meiner dritten Mission zur MoonDotStation (mehr dazu hier) hatte ich das Vergnügen beim DLR Lampoldshausen vorbeizuschauen zu können. Dort werden bekanntlich die Flüssigkeitstriebwerke für die europäische Raumfahrt getestet. Für mich als Mausonaut und Raketenflieger (ich starte ja wie sicher bekannt ist mit einer Ariane 6 – wie hier!) war dieser Besuch im dortigen Museum natürlich ein absoluter Höhepunkt. Doch jetzt lasse ich die Bilder sprechen! Bitteschön!

Euer Mausonaut

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Weitwinkelaufnahme von einem Teil des Museums. Es gibt noch viel mehr zu sehen. Ein Besuch ist auf jeden Fall lohnenswert! Besuchszeiten: jeden 2. und 4. Freitag im Monat von 15-18 Uhr und als Gruppe – mehr dazu hier.

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Seht Ihr mich? Ich stehe am Feststoffbooster dieses Modelles der Ariane 4. Das riesige Modell hat 2 Feststoffbooster und 2 Booster mit flüssigem Treibstoff. Mein Modell zu Hause ist nur halb so groß! ;(

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Ein weiteres riesiges Modell einer europäischen Trägerrakete. Dies ist die gegenwärtig größte Rakete der ESA – eine Ariane 5. Zu Hause habe ich auch ein Modell einer Ariane 5 – das kann man sogar starten!

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Das ist ein echtes Haupttriebwerk einer Ariane 5 – genannt Vulcain.  Es treibt die zentrale Hauptstufe der Ariane 5 für rund 10 Minuten an.

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Einblick in die Einspritzvorrichtung eines Vulcain-2-Triebwerkes. Durch die vielen Röhren über mir werden flüssiger Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff in die Brennkammer unterhalb eingespritzt und dort verbrannt. Die dabei entstehenden sehr heißen Gase treiben die Rakete an.

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Ein Modell der gesamten Einrichtung hier beim DLR in Lampoldshausen. Wie man sieht gibt es mehrere Teststände hier. Leider kann man diese im Moment nicht besuchen. Und dabei bin ich doch so neugierig!

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Ein weiteres Triebwerk – es wird Aestus genannt. Dies ist das Triebwerk der kleineren EPS-Oberstufe der Ariane 5. Diese Oberstufe wurde z.B. bei den Starts der ATV-Transportschiffe der ESA zur ISS genutzt. Demnächst ist diese Oberstufe beim Ariane-5-Start von 4 Galileo-Navigationssatelliten im Einsatz. In der Zukunft wird das Aestus-Triebwerk vielleicht auch als Haupttriebwerk des Europäischen Servicemodules ESM für das Orion-Raumschiff genutzt.

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Das ist eine echte ESC-A-Raketenstufe. Das ist die grössere Oberstufe der Ariane 5.

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Einblick in die aufgeschnittenen Tanks der ESC-A-Oberstufe. Oben sieht man den großen Tank für den flüssigen Wasserstoff. Unterhalb befindet sich der kleinere Tank für den flüssigen Sauerstoff.

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Ein Modell des wohl kompliziertesten Teststandes hier beim DLR Lampoldshausen. Er wird P4 genannt und dient dem Test von Oberstufentriebwerken. Der Test dieser Triebwerke ist besonders kompliziert da man ein Vakuum während des Tests erhalten muss. Die aus dem Triebwerk ausströmenden Gase müssen also sehr schnell abgesaugt werden.

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Dies ist eine Steuerdüseneinheit vom europäischen Raumtransporter ATV. Damit wurde die Orientierung und Ausrichtung des ATV gesteuert.

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Ein Triebwerk wie es beim ATV für Bahnmanöver genutzt wurde. Ein ATV hatte 4 davon. Das Servicemodul des Orion-Raumschiffes wird 8 solcher Triebwerke haben. Somit wäre man besser gerüstet für den seltenen Fall daß einmal ein Triebwerk ausfällt.

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Verschiedene Zündeinrichtungen für Triebwerke. Man muss beim Start eines Triebwerkes nicht nur die Verbrennung zünden. Auch die Treibstoffförderung mit Turbopumpen oder Gasgeneratoren muss so zuerst mit Zündgeräten gestartet werden.

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Ein sehr interessantes Plakat über die vielseitige deutsche Forschung an Bord der ISS-Station. Mich kann man auch sehen: oben links in der Brusttasche von meinem Freund Alexander Gerst.

spaceholgar

Als Assistent war wie so oft mein Missionsleiter @SpaceHolgar beim Besuch dabei. Er hat die meisten Fotos aufgenommen. Ich hatte mal wieder meinen Selfiestick vergessen. 😉

dankedlr

Herr Fehrer (links) und Herr Balz vom DLR haben uns durch das Museum geführt und so manche interessante Geschichte von den Ereignissen hier in Lampoldshausen erzählt. Vielen Dank für die Unterstützung bei unserem Besuch. Vielen Dank auch an Frau Kuestner für den netten Empfang. Wir kommen gerne wieder einmal vorbei!

P.S.: Und beim nächsten Besuch kann ich hoffentlich auch die Teststände für die Triebwerkstest anschauen. Wird es nochmal einen Tag der offenen Tür geben? Ich hoffe doch sehr!